18.01.2019 Arbeiten fürs Ausbildungszentrum

18.01.2019

Gestern Abend musste Angeline noch lange arbeiten und sie wollte so spät nicht mehr mit Tony auf dem Roller nach Hause fahren. Es sind zwar nur 12 km, aber auf den Straßen ist auch das zu gefährlich. César war schon zu müde (auch vom Bier) und so bat er den Fahrer des Bürgermeisters, Angéline und Tony in Kouri abzuholen. Kafe, so heißt der der junge Mann, kommt kurze Zeit später, um mit Cesars Auto die beiden abzuholen. César hat ihm früher den Führerschein bezahlt, wie so vielen anderen auch. Momentan zahlt er für Josef (Jesopie), der ihm bei allen möglichen Dingen hilft.
César hatte am frühen Abend einen riesigen Fisch aufgetaut und zum Grillen vorbereitet. Dieser wurde irgendwo im Dorf gegrillt und dann wieder zurückgebracht. Nachdem Angéline und Tony und auch Kafe zurück waren, hat die ganze Familie den Fisch verspeist und die Reste vom dem, was von meinem Essen übrig war. (Pomme frites, Alloco, und Gemüse). Die Esskultur ist schon etwas Besonderes. Man isst mit den Fingern, die man sich natürlich vorher gewaschen hat, direkt von der Platte auf dem Tisch bzw. die Kinder bekommen was auf einen Teller und setzen sich irgendwo auf den Boden und essen gemeinsam dann von diesem. Auch das Hausmädchen, Jesopie, Hund und Katze bekommen etwas von dem lecker riechenden Essen ab, so dass alle satt werden. Ich verzichte, da mir meine Gesundheit wichtiger ist. Die Verarbeitung von Lebensmittel ist schon sehr speziell und ich fürchte, dass ich das nicht vertragen würde. Hier gibt es zu jedem Essen sehr scharfe Gewürze, die den gleichen Zweck erfüllen wie die Medizin (Eifelgeist und Pastis), die wir nach dem Essen immer trinken. Danach sitzen wir noch bei einem Bier zusammen.
Freitagmorgen muss Angéline nach Bogandé zu einem Treffen im lokalen Ministerium für Gesundheit. César muss auch arbeiten, so dass ich mir die Dokumente anschaue, um das Bildungssystem besser zu verstehen. Nach Mittag ziehen wir uns wieder in die Herberge zurück, um an den Ausarbeitungen für das Ministerium weiterzuarbeiten. Dort kommt nicht alle 5 Minuten jemand, der uns ablenkt, so dass wir weiterkommen. Wir entscheiden, dass wir die Berufe Elektriker mit Solartechnik und Maurer ausbilden werden. Für unsere Zielgruppe, Kinder nach der 6. Klasse, erscheint uns das die beste Wahl, auf die später in Spezialisierungen ggf. noch aufgebaut werden kann. Die Ausbildung ist quasi der Ersatz der mittleren Bildungsebene, die sonst in der Schule in den Klassen 7-10 durchgeführt wird. Sie dauert ebenfalls 4 Jahre.
Wir kommen ganz gut voran und trotzdem sitzen wir bis 20:00 Uhr an dem Kosten- und Ausführungsplan. Danach schnell nach Hause und etwas kochen. Angéline hat angerufen, dass sie heute in Bogande bleibt, da so viel im Krankenhaus zu tun ist und sie morgen auch noch dort arbeiten muss. Das ist Flexibilität. Das wars für heute. Es wird jeden Tag wärmer und das schafft einen, ohne dass man sich groß anstrengt oder in der Sonne ist. Abends, wenn ich ins Bett gehe, sind es meistens 31 Grad im Zimmer, das kühlt erst gegen 5 Uhr auf angenehme 25 Grad ab, aber ab 6:00 Uhr wird es dann auch schon bald wieder wärmer. Tagsüber sind es 37 Grad
Gute Nacht
Uli

11 Kommentare

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    • Martina auf Januar 19, 2019 bei 9:15 am
    • Antworten

    Für alle, die es auch nicht wussten: „ Alloco ist ein beliebter westafrikanischer Snack aus Kochbananen“

    1. Martina, wenn ich dich nicht hätte 😄 Da habe ich nicht dran gedacht. Alloco werden frittiert und „schmeckt joot“😄

        • Martina auf Januar 19, 2019 bei 1:13 pm
        • Antworten

        😘😘
        „schmeckt joot“ = Originalton Cesar 😂😂 hat ja bei Werner gelernt 😉😉

    • Günter auf Januar 20, 2019 bei 10:26 am
    • Antworten

    Hallo Uli

    Sehr schöner Bericht.
    Mit deiner Beschreibung kann man die Lebensweise etwas besseres verstehen.
    Wie ich lese kommt ihr mit dem Projekt Ausbildungszentrum auch sehr gut weiter.

    Herzliche Grüße
    Günter

    1. Hallo Günter, ja wir kommen weiter, es müssen noch ein paar Kleinigkeiten ergänzt werden, dann senden wir es zum Ministerium. Liebe Grüße auch von César

    • Paul auf Januar 20, 2019 bei 10:42 am
    • Antworten

    Hallo Uli,
    zur Info, deine Berichte drucke ich immer für Werner aus.
    Somit kann auch er in Gedanken dabei sein.
    Gruß Paul

    1. Hallo Pau, Danke ich habe gestern auch kurz mit Werner telefoniert.
      Liebe Grüße auch an Martha

    • Matthias auf Januar 20, 2019 bei 12:37 pm
    • Antworten

    Hallo Uli,
    danke für Deine ausführlichen und interessanten Beiträge. Ausbildungen in Solartechnik hat dort eine Zukunft. In Verbindung mit sparsamen LEDs wird bald in mancher Hütte ein Licht aufgehen 😉
    Ich habe einige Deiner Bilder als Slider auf die Homepage gesetzt, damit alle unsere Besucher einen Eindruck von dieser Reise bekommen.

    Viele Grüße
    Matthias

    1. Hallo Matthias, hier müssten noch ganz viele Lichter aufgehen😄
      Slider sieht gut aus
      Liebe Grüße auch an die Familie
      Uli

    • Christian auf Januar 22, 2019 bei 5:30 pm
    • Antworten

    Hallo Uli,
    schöne Eindrücke, die man hier erfahren kann. Weiterhin Gesundheit und Sicherheit und Spaß bei der Arbeit in Burkina. Beste Grüße Christian

    1. Hallo Christian, vielen Dank und liebe Grüße auch an die Familie
      Uli & César

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