Reise nach Piéla Teil 1

Reise nach Piéla Teil 1

Liebe Freunde,

endlich, am 5. Tag meiner Reise kann ich euch hier aus Piéla berichten. Technisch haben wir das in den letzten Wochen und Monaten gecheckt, aber letztendlich ist es natürlich von der Internetverbindung hier in Burkina Faso abhängig.
Ich bin schon am Sonntag nach Brüssel aufgebrochen, um am Montagmorgen dem zusätzlichen Reisestress am ersten Arbeitstag des Jahres auf den Autobahnen aus dem Weg zu gehen. Montagmorgen dann mit den Shuttle Bus zum Flughafen war auch noch fein.
Danach lief es nicht mehr so „rund“, und da ich in den letzten 3 Jahren auch beruflich viel geflogen bin, ist das leider nichts Neues mehr. Der Flug hatte 3 Stunden Verspätung beim Abflug und die Route wurde auch noch geändert, so dass ich über 5 Stunden später in Ouagadougou ankam. Zum Glück können wir heutzutage mittels der verschiedenen Apps zeitnah miteinander kommunizieren, so dass ich César schon frühzeitig über die Verspätung informieren konnte. Verspätungen sind immer ärgerlich, es gibt aber Schlimmeres. Wenn das alles ist, was nicht planmäßig          funktioniert, dann wäre ich schon heute sehr glücklich .Nach der Passkontrolle wurde ich dann auch zur späten Zeit noch von César, Daniel (Bürgermeister aus Piéla) sowie Matthias und Jean Didier begrüßt. Das sonst übliche Abendessen haben wir ausgelassen und sind direkt in die Herberge gefahren, und haben danach versucht zu schlafen.

8.1.2019
Wir habe uns für 8:00 Uhr zum Frühstücken verabredet und so fahren wir um 8:30 Uhr auch los.
Wir haben heute direkt einen Termin im Ministerium für Ausbildung. Nur wissen wir noch nicht, wann. In Burkina Faso hat auch gestern erst das Arbeitsleben nach Weihnachten und einigen Feiertagen wieder begonnen. Unsere Ansprechpartnerin musste morgens noch etwas anderes erledigen, und so konnten wir nach dem Frühstück um ca. 11:00 Uhr zum Ministerium fahren. Das Gespräch war aufschlussreich und macht erst einmal Hoffnung. Daniel wird noch versuchen, uns direkt mit dem Minister zusammenzubringen, jedoch ist morgen Kabinettssitzung und dazu werden wir nicht eingeladen. Warum eigentlich nicht??
Den Rest des Tages gehen wir langsam an, besorgen mir eine neue Simkarte, damit ich auch wieder mit der Welt verbunden bin und das hier auch zu euch transportieren kann. Die Karte muss zuerst heute Nacht aktiviert werden, so lange bleibe ich off.
Wir essen und trinken etwas und machen am Nachmittag eine kleine Siesta, man muss es ja nicht am ersten Tag übertreiben. Am Abend treffen wir uns noch mit Daniel, um das Gespräch im Ministerium vorzubereiten und das weitere Vorgehen zu besprechen. Wenn sich der Minister Zeit für uns nimmt, sollten wir sehr gut vorbereitet sein und uns gut präsentieren, jedoch auch genau wissen, um welche Art der Unterstützung wir den Minister bitten möchten.

9.1. 2019
Auch heute war geplant, um gegen 8:00 Uhr zum Frühstück zu fahren. Ihr müsst wissen, dass es in den Herbergen/ Pensionen kein Frühstück gibt. Das gibt es nur in den großen Hotels, die wir aus Kostengründen aber auch zur eigenen Sicherheit meiden.
Cesar hat aber sooo gut geschlafen, dass es damit nichts wurde, auch nicht schlimm, wir hatten ja keine wichtigen Termine. Nach dem Frühstück haben wir den Großeinkauf für die Zeit in Piéla erledigt. Das kostet Zeit und auch viel Geld. Man kann alles kaufen wie in einem Supermarkt in Deutschland, jedoch ist es mindestens genau so teuer, vieles sogar teurer. Dafür gibt es aber auch Nikoläuse von Kinderschokolade.
Am Nachmittag trafen wir uns mit Daniel und noch einigen anderen bei einer jungen erfolgreichen Frau, die wie Daniel ursprünglich aus Kouri in der Gemeinde Piéla kommt. In ihrem Haus wurde erst gegessen und getrunken. In den Gesprächen erzählte die junge Frau, INA ist ihr Name, dass sie zu den ersten Mädchen im Mädchenwohnheim „Torima“ von 1999 – 2003 gehörte. Das hat mich direkt wieder mit Stolz erfüllt. Ina stellt Seifenprodukte her, die sie nicht nur in Burkina Faso, sondern auch in Frankreich und Belgien vertreibt. Sie ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau mit sehr guten Kontakten und hat nach wie vor eine Beziehung zu ihrer Heimatgemeinde, da sie Mitglied im Rat der Kommune Piéla ist.
Von Ina sind wir dann zu „Ein Dollar Brillen““ oder wie es hier heißt zu „Good Vison Glasses“ gefahren und haben Thomas im „Headquarter“ getroffen. Das Projekt ist mittlerweile so gewachsen, dass es alleine zur Herstellung der Brillen 10 Leute beschäftigt. Diese schaffen bis zu 2500 Brillen. Mittlerweile gibt es die Brillen in 3 verschiedenen Modellen und auch als Sonnenbrille.
Nachdem wir uns in der Herberge etwas frisch gemacht haben, sind wir bei Daniel und seiner Familie zum Essen eingeladen. Daniel und seine Familie kommen zwar aus Piéla, leben und arbeiten jedoch in Ouagadougou. Der Beruf des Bürgermeisters ist ein Ehrenamt. Nach einem sehr reichhaltigen Essen habe ich das Geschenk der Stadt Bad Münstereifel überreicht und selbst ein Fotobuch vom Besuch im Sommer mitgebracht. Mit Fotobüchern kann man hier immer für große Freude sorgen. Danach war auch der Tag geschafft.

10.1.2019
Am 4. Tag meiner Reise ging es heute endlich nach Piéla. Gestern Abend haben wir kurz Carine, die älteste Tochter von César, getroffen und heute dann endlich die 3 kleinen Kinder von Angéline und César. Mit Wendy hatte ich ja bei meinem ersten Besuch eine ganz intensive Zeit. Im letzten Jahr habe ich die Kinder nur kurz gesehen und in diesem Jahr ist die ganze Familie zu Hause. Das ist wieder ganz neu, aber sehr schön. Schon um 8:00 Uhr brechen wir mit einem gut bepackten Auto auf, um zuerst eines der wichtigsten Teile am Auto reparieren zu lassen, die Hupe.
Danach treffen wir uns noch einmal mit Daniel zum Frühstücken und danach geht es auf die Piste: 240 km auf anfangs noch akzeptablen Straßen, nach einer Pause auf sehr schlechten Straßen, bedeuten 5 Stunden Fahrzeit und jede Menge Schlaglöcher.
Letztendlich sind wir im Hellen in Piéla und das war unser Ziel. Die Kinder warten schon im Hof auf Papa und den Besucher. Wendy und auch Arthur erkennen mich noch und begrüßen mich auch, jedoch unser Patenkind Tony ist sehr reserviert gegenüber dem komischen weisen Mann. Nachdem wir alles abgeladen haben, suche ich schnell ein paar Luftballons im Koffer und schon ist das Eis gebrochen. Als Angéline kurz darauf auch von der Arbeit kommt, sind wir komplett. Wir essen anschließend zusammen und nach einem Bier geht es heute mal früh ins Bett.
Ich hoffe, ich kann euch ab jetzt in kürzeren Abständen auf dem Laufenden halten.
Gerne könnt ihr mit mir über die Kommentarfunktion oder per Whatsapp kommunizieren.
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1 Kommentar

    • Martina on Januar 11, 2019 at 7:20 pm
    • Antworten

    Schön, auch hier von dir zu lesen „ komischer weiser Mann“ 😉😘

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