01.02.2019 Ouagadougou

Donnerstagmorgen vor, während und nach den Frühstück tätigt César einige Telefonate mit verschiedenen Bekannten und Verwandten, und so kommt es, dass wir Mittags einen Termin mit der Direktorin haben, die unsere Entwürfe bekommen hat. In der Zwischenzeit treffen wir uns noch mit Abbe Pierre, der heute in Ouaga ist, aber wieder zurück nach Fada muss. Ihm geht es gut, und er grüßt ganz herzlich alle die er kennt. Da wir an einer schönen Stelle sind (im Garten einer Internationalen Universität) bestellt César kurzerhand 2 unsere Studenten dort hin. Bruno findet uns noch ganz gut, Marie Thérèse schafft es erst spät, so dass wir nur noch kurz Zeit haben bevor wir zum Ministerium müssen. Beiden haben wir mitgegeben, dass sie sich öfter bei mir melden sollen, damit wir wissen wie es im Studium voran geht. Mit Marie Thérèse funktionierte das ganze gut, wurde in der letzten Zeit etwas weniger. Sie schrieb mir mal, ihr Handy sei verdorben 😄.

Auch heute waren wir pünktlich im Ministerium! Dieses Mal mussten wir etwas warten, weil Frau Kiema noch eine „Treffung“ hat wie Cesar immer so schön sagt, wenn er eine Besprechung oder ein Treffen meint. Frau Kiema ist Direktorin im Ministerium und Verantwortlich für Projekte und deren Koordination. Sie war etwas überrascht, weil der „kleine Mann“, so nenne wir den Kontaktmann im Ministerium, ihr die Unterlagen nur unvollständig weitergeleitet hat. Daher macht sie uns erst mal nicht viel Hoffnung, dass wir alles bis Morgen final unterzeichnet haben, sie sagt mir aber zu, dass ich, wenn es nicht klappt, die Unterlagen in der nächsten Woche bekomme. Sie spricht gut Englisch und so konnte ich auch direkt mit ihr reden. Sie werde es versuchen, jedoch müssen einige Dinge auch ihren geregelten Weg gehen, das verstehe ich sogar. Wir geben die Hoffnung aber nicht auf. Am Nachmittag rief der Hochkommissar an und meinte er könne die Bescheinigung zur Gemeinnützigkeit ausstellen und er habe seine Mitarbeiter angewiesen uns zu unterstützen. Morgen wird ein Freund von César (einer von 1000) die Gebühr bezahlen und dann bekommen wir die Bescheinigung. Vielleicht hilft es, oder es geht genau so in letzter Minute, dass wir die Vereinbarung doch noch fertigbekommen. Das Papier ist mir nicht so wichtig, wenn der Inhalt und die generelle Vereinbarung in Ordnung sind und es nur noch an 2-3 Unterschriften fehlt, kann ich mit ruhigem Gewissen nach Hause fliegen. Auch heute war es wieder wichtig, dass man gesehen hat, da kommt jemand aus Deutschland um dieses Projekt zu unterstützen. Frau Kiema meinte beim Abschied, sie würde sich das auch mal gerne in Deutschland anschauen und freue sich über eine Einladung 😊. Am Nachmittag haben wir dann Angelines neuen Notebook zu einem „Experten“ gebracht, der dem Gerät die Französische Sprache beibrachte und auch das Office Paket in Französischer Sprache aufspielte. Der Laden war mit 2×2 Meter sehr überschaubar, der Mann wusste jedoch was er tun muss. Das geht nicht so einfach wie bei uns, wo man sich einfach ein anderes Sprachpaket runterlädt. Internet funktioniert nur über das Handy. Das geht hier in Ouaga echt gut, aber um einen Download von mehreren GB reichte es nicht und würde das Guthaben eines ganzen Monats verbrauchen. Daher werden die Computer auch noch so selten eingesetzt. Angeline hat den Rechner von ihrem Bruder geschenkt bekommen, der in Kanada lebt und dort ein gutes Geschäft betreibt. Er hat sie angerufen sie solle sich einen bestellen. Da kaum einer Ahnung hat war eigentlich nur die Frage ob Dell oder HP. Es wurde ein Dell, der am nächsten Tag in Piéla vorbeigebracht wurde. Mit Englischem Sprachpaket und Tastatur.

Am Abend sind wir dann wieder in unser Stammrestaurant und haben leider erneut nicht den Grillteller bekommen können. Wahrscheinlich fehlten ein paar Zutaten. Also entschieden wir uns beide für ein Hähnchen mit Knoblauch. Gab es ja schon lange nicht mehr. Anschließend kam Daniel noch vorbei, und wir sprachen über die Vereinbarung zwischen der Gemeinde und dem Verein. Es sandte uns noch in der Nacht ein Muster einer anderen Vereinbarung zu, anhand der wir unsere anpassen konnten.
Freitagmorgen wollten wir etwas auf dem Markt einkaufen. Daher wollte Cesar in der Nähe des Marktes auch frühstücken. Dummerweise war das Restaurant nicht mehr da, wo er es vermutete.
Da wir nicht noch 2 x hin und her fahren wollten, gingen wir zuerst auf den Markt /Basar oder wie immer man das nennen soll. Beim Eingang fragte ich mich, warum dort so viel Fliegen waren, dann sah ich die Frischfleischabteilung. Geschlachtetes lag natürlich ungekühlt auf einfachen Holztischen zum Verkauft und wurde so zerlegt wie die Kunden es wollten und in einer Plastiktasche mitgenommen. Wir wollten nach ein paar Mitbringsel schauen, und als ich sagte ich würde gerne mal ein paar Ledersachen sehen, kamen aus allen Ecke Leute mit Ledersachen. Leider nichts Schönes. Es verkaufen sehr viele Leute die gleichen Sachen und mir erscheint das nicht wirklich lohnend. Anschließend sind wir noch etwas durch die Stadt gefahren, haben neue Tische für das Mädchenwohnheim in Piéla gekauft, weil dort alle kaputt sind.
Den späten Nachmittag haben wir an der Vereinbarung mit der Kommune Piéla gearbeitet, so dass Daniel diese morgen noch ausdrucken und unterschreiben wird. Dann rief Daniel an, und bat uns noch einmal zu Ina zu kommen. Ina ist die erfolgreiche Geschäftsfrau, die auch 4 Jahre in unserem Mädchenwohnheim gelebt hat. Bei Ina war nicht nur Daniel, sondern auch weitere hochrangige Männer versammelt. Einer ist der Berater des Präsidenten, der andere war ein früherer Minister, ein weiterer Abgeordnete im Parlament. Dieser brache Matthias und Jean Didier zu Ina, die heute mit dem Bus von Piéla nach Ouaga gekommen sind. Ebenso waren noch andere Freund von Ina anwesend, die alle mit der Provinz GnaGna irgendwie verbunden sind. Alle bedankten sich herzlich für die Unterstützung und lobten den Weg den wir gehen. Es sei sehr wichtig in die Ausbildung zu investieren. Jetzt bin ich müde und werde meine vorerst letzte Nacht, zumindest für diesen Besuch in Burkina Faso verbringen. Schade aber auch schön. Ich freue mich aufs Wiedersehen mit meinen Lieben auch wenn die ca. 40 Grad Temperatur Unterschied hart werde

Gute Nacht
Uli

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.