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Bericht von Frau Lea Holland

zum Besuch in der Partnergemeinde Piéla,

vom 04.Nov. – 17. Dez. 2010

 

06. November

Den zweiten Tag bin ich nun schon hier und ganz langsam realisiere ich, dass ich in Burkina Faso bin.

Vorgestern am Flughafen war ich so durcheinander, dass ich wenn Cesar, der Vorsitzende der Partnergruppe Cuo Fi, nicht danach gefragt hätte, sogar meine Koffer vergessen hätte.

Gestern waren wir dann kurz bei unserem Botschafter und habe mich angemeldet. Anschließend sind wir zum Großeinkauf für meinen Aufenthalt gestartet. Werner hat mir nämlich eindringlich gesagt, dass ich mich selber bekochen muß und keine Speisen von Anderen essen sollte, denn die könnten Viren enthalten.

Um 19.30 Uhr sind wir dann in Piéla angekommen. Die Fahrt verlief problemlos und ich durfte bei afrik. Musik die Landschaft bestaunen. Nur gut, dass ich vorne sitzen konnte, denn sonst wäre ich ganz schön eingestaubt worden. Als wir ankamen habe ich mein Zimmer bezogen und anschließend mit vielen Gästen zusammen gesessen.

Heute morgen ging es mir schon besser. Da ich alleine hierher gereist bin, muß ich mich erst einmal an alles gewöhnen und dies fällt mir noch schwer. Doch alle sind sehr nett zu mir, vor allem Cesar kümmert sich besonders um mich.

07. November

Nachdem wir gestern Abend noch eine Vorstandsitzung mit der Partnergruppe hatten, die wegen der Planungen für die nächsten Wochen sehr lange dauerte, bin ich anschließend wie ein Stein ins Bett gefallen.

Heute morgen musste Cesar mich sogar wecken, da ich den Wecker überhört habe. Dies muß wohl an der afrik. Luft liegen.

Um 8.00 Uhr sind wir dann zur Sonntagsmesse gegangen und dies war fürmich sehr aufregend. Mit Musik und Tanz sowie Chorgesang sorgten viele Gruppierungen für eine stimmungsvolle und für mich einzigartige Atmosphäre. Den Rest des Tages verbrachte ich mit Koffer auspacken und Lebensmittel verstauen. Auch die mitgebrachten Medikamente mussten besonders gelagert werden.

Am Abend sind wir dann zur Krankenstation gefahren, denn Mama Josephine ist seit gestern dort mit Verdacht auf Malaria stationär aufgenommen worden. Wir haben die notwendigen Medikamente, welche ich Gott sei Dank dabei hatte, mitgenommen. Ich hoffe dass es ihr bald besser geht.

Heute Abend wird es wieder spät, denn die Tochter von Cesar hat Geburtstag und es gibt eine große Fete.

08. November

Die Nacht war nicht so schön, denn ich hatte gehörige Magenkrämpfe und ich musste direkt an Werners mahnende Worte denken, nichts von den zubereiteten Speisen zu essen und wenn es noch so gut riecht und super schmeckt.

Jetzt geht es schon wieder etwas besser und wir starten zum Besuch von unserem Kindergarten und haben dort ein Termin für Morgen gemacht. Ich freue mich schon jetzt auf die 60 Kinder die dort aufgenommen sind. Die starke Mittagshitze, es sind 40°, haben wir ruhend an uns vorziehen lassen. Und gegen 16.00 Uhr habe ich dann ein ersten Besuch im Mädchenwohnheim gestartet. Die Mädels waren sehr nett und freuten sich über meinen Besuch. Auf meinem Heimweg wurde ich von den Mädchen mit afrik. Gesängen begleitet, es wurde viel gelacht und in diesen Momenten beneide ich die Menschen hier. Sie sind alle so freundlich und offen trotz ihrer Armut.

Diese Zufriedenheit bemerkt man bei uns in Deutschland viel zu wenig, schade!

Den Abend lassen wir in Ruhe ausklingen. Ich hoffe dass mein Magen sich auch ruhig verhält, denn ich habe eine Menge Aufgaben zu erledigen. Bei mittlerweile 30° kann man draußen sitzen und den Sternenhimmel bewundern. Natürlich sitzen viele Besucher bei mir, denn hier ist man nicht allein.

10. November

Gestern war ich im Kindergarten und alle Kinder kamen mir froh entgegen, man merkt das es ihnen hier gut gefällt. Ein Vergleich mit unseren Kindergärten kann man nicht ziehen aber die Stimmung hier ist nicht zu toppen. Es wird so laut gesungen und getanzt, dass man schon von weitem hört dass diese Kinder glücklich sind. Ich finde man müsste diese Freude nach Deutschland übertragen können, eine schlechte Idee ist das nicht. Morgen machen wir mit den Kindern einen Ausflug zum Markt, da freue ich mich jetzt schon sehr. Am Nachmittag bin ich mit Cesar nach Bogande zur Bank gefahren. Die Landschaft mit den vielen BAOBAB ist wunderschön und ich genieße diese Eindrücke. Danach besichtigen wir noch einige Trinkwasserbrunnen, die letztes Jahr gebohrt wurden. Besonders die Menschen in den Dörfern sind sehr herzlich und freundlich. Als Geschenk für unseren Besuch in einem der Dörfer gab es zwei Hähne. Was mich tief berührt ist, das diese Menschen trotz ihrer Armut noch etwas abgeben.

12.November

Gleich machen wir uns auf den Weg um 2 weitere Brunnen zu überprüfen. Eigentlich sollten heute morgen auch noch 3 Kinder kommen die einen Verband brauchen. Gestern haben wir dies nicht mehr geschafft. Cesar vermutet das sie Angst haben, denn die Wunden von den Kindern sind oft sehr schlimm. Gestern war ich mit dem Kindergarten auf dem Markt. Es war super und ich konnte viele Bilder für das Freundschaftsbuch machen. Der Kindergarten möchte mir nämlich für den Kindergarten Iversheim ein Buch mit vielen Zeichnungen und Bildern mitgeben. Es ist immer noch sehr heiß in Piéla, aber bald soll es merklich abkühlen. Dies ist für mich kaum vorstellbar.

13. November

Wochenende! Heute haben wir uns drei weitere Brunnen angeschaut und zwei Dörfer besucht die einen Antrag auf eine Brunnenbohrung gestellt haben. Wir waren lange unterwegs und irgendwie kann ich mich noch nicht an die Hitze gewöhnen. Heute Abend sitzen wir zusammen und essen einige von den vielen Hähnchen, die ich in den letzten Tagen geschenkt bekommen habe. Den morgigen Sonntag lassen wir ruhig angehen, denn hier haben wir frei. Dafür das ich die ersten Tage Eingewöhnungsprobleme hatte und auch eine Portion Heimweh dabei war, muß ich nun sagen das es mir viel besser geht. Alle sind so nett zu mir und ich habe den größten Resekt vor diesen Menschen, denn sie sind immer gut drauf und helfen sich egenseitig. Ich finde das so bewundernswert und ich muß sagen, dass ich schon ein wenig neidisch bin.

 16. November

Oh was bin ich müde. Die letzten Tage waren sehr anstrengend, fingen früh an und endeten sehr spät. Meistens kamen wir mittags gegen 14.00 Uhr nach Hause. Hier warteten dann schon die ersten Kinder mit eitrigen Wunden die dringend versorgt werden mussten. Es werden immer mehr Kinder die versorgt werden müssen und wir arbeiten dann mit der Taschenlampe. Ich wundere mich über die Tapferkeit der Kinder, denn die Wunden sind oft riesig aber die Kinder strahlen vor Dankbarkeit dass ihnen geholfen wird

Burkina Faso ist toll und ich liebe diese einzigartige große Gemeinschaft. Abends sitzen wir bei einer Cola oder einem Bier zusammen, reden und lachen und sammeln so wieder Kraft für die nächsten Tage. Zwei Wochen bin ich jetzt schon hier und die Zeit ist viel zu schnell vorbei gegangen.

19. November

Gestern und vorgestern waren wir in zwei Grundschulen von Piéla und ich habe mir die Klassenzimmer angesehen und beim Unterricht mitgemacht. Die Lehrer waren sehr froh über meinen Besuch, vor allem auch deswegen weil unsere Partnergruppe Gartengeräte mitgebracht haben. Heute Vormittag habe ich ein wenig Zeit und bin noch mal zum Kindergarten gegangen. Die Kinder sind spitze und die Erzieherinnen gestalten den Unterricht super. Mich zieht es immer  wieder zu den Kindern und diese danken es mir mit ganz besonderer Zuneigung. Ich glaube das ich die alle mit nach Deutschland bringe.

23.November

Immer noch ist es sehr heiß, aber man gewöhnt sich schon ei wenig daran. Wir haben die letzten Tage viele Brunnen besichtigt und die Fahrten durch den Busch zu den abgelegenen Dörfer waren sehr holperig, aber zur Entschädigung kann man sich an jedem Brunnen wieder frisch machen. Bis jetzt waren bis auf zwei Brunnen alle anderen sehr gepflegt. Ich muß sagen das sich die Bewohner der Dörfer wirklich verantwortungsbewusst um die Brunnen kümmern. Ich muß werner dringend anrufen, denn ich habe keine Wundsalbe mehr und hier in Burkina bekomme ich nur Lotion. Jetzt gönne ich mir aber ein Bier und genieße den atemberaubenden Sternehimmel. Dann wird es aber Zeit ins Bett zu gehen, denn die Tage fangen sehr früh an und man muß für die gestellten Aufgaben fit sein.

27. November

Werner hat mir versprochen die Salben so schnell wie möglich zu besorgen und dann mit TNT auf schnellstem Weg nach Ouagadougou zu schicken, denn es werden immer mehr Kinder die versorgt werden müssen. Die ersten sind jetzt schon morgens um 6.00 Uhr vor der Tür. Diejenigen die wir zeitlich nicht schaffen, vertrösten wir auf nachmittags.

Heute Mittag habe ich am Gymnasium in Piéla meinen ersten Deutschunterricht gegeben. Die Schüler haben mich sehr freundlich empfangen und haben ganz toll mitgemacht. Nach Schulabschluss wollte ich gar nicht mehr weg. Am liebsten würde ich direkt morgen als Deutschlehrerin dort anfangen. Alle waren  total aufgeschlossen, lernbegeistert und motiviert und ich hoffe, dass ich noch mal hin kann.

01. Dezember                

Ich komme einfach kaum zum Schreiben, man müsste 24 Stunden durchweg arbeiten können.

Vorgestern haben wir die Kinder in Piéla  besucht, Fotos gemacht und die Kinder vermessen. Gestern Morgen sind Cesar und ich um 5.00 Uhr nach Ouaga gefahren und haben das kleine Paket von Werner mit den Salben bei unserem Botschafter abgeholt. Die Kinder in Piéla werden glücklich sein, dass ihre Wunden wieder behandelt werden können. Jetzt geht es direkt wieder zurück nach Piéla, dann sind wir gegen 22.00 Uhr wieder da. Es ist schon eine Strapaze aber es lohnt sich wenn man die dankbaren Blicke der Kinder sieht. Heute morgen konnten wir die Salben und Desinfektionsmittel direkt einsetzen. Es sind so viele und ich frage mich, was machen die Kinder wenn ich wieder in Deutschland bin. Die Familien hier in der Gemeinde können sich solche Behandlungen nicht leisten und greifen meines Erachtens auf Infektionsfördernde Methoden. Hier muss die Partnerschaft unbedingt weiter helfen. Sowieso werde ich traurig wenn ich daran denke, dass ich nur noch 18 Tage hier bin. Burkina Faso ist ein so tolles Land und ich habe so viele nette Menschen kennen lernen dürfen. Es wird sehr schwer, dass alles nicht mehr zu erleben.

03. Dezember

Irgendetwas habe ich mir eingefangen, denn ich habe schreckliche Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, mein Kopf tut weh und meinem Bauch geht es auch nicht gut. Werner hat mir tel. eine Rosskur verordnet. Er hat wohlweislich für alle Vorfälle vorgesorgt. Trotzdem sind wir heute noch in ein weit entferntes Dorf gefahren und haben Brunnen und Latrinen besichtigt. Cesar war sehr böse denn an einer Latrine wurden zwei Türen gestohlen und man hat es nicht rechtzeitig gemeldet. Als wir nach Hause kamen warteten wieder jede Menge Kinder auf uns und so waren Nicola und ich für den Rest des Tages ausgebucht. Noch ein wenig Ruhe und dann ab ins Bett, Werner hat mir strenge Diät verordnet und die will ich erst mal einhalten, denn es geht mir schon ein wenig besser.

Trotz der vielen Arbeit genieße ich jede Sekunde die ich hier verbringen darf. Es ist sehr schön hier.

07.Dezember

Endlich hat sich eine Besserung durchgesetzt, und jetzt bin ich wieder voller Tatendrang. Vorgestern habe ich auf dem Markt in Piéla zwei Ziegen  für Cesar und seine Frau Angeline gekauft, sie sind ein Zeichen meiner Dankbarkeit für die familiäre Behandlung während meines Aufenthalts. Vor der Behandlung der Kinder sind Cesar, Matthias und ich nach Bilanga zum Bürgermeister gefahren und haben die Ergebnisse der Millenniumsentwicklungsziele abgeholt. Es wird höchste Zeit das ich alle Befragungen der Departement bekomme den ich bin nicht mehr lange hier.

08.Dezember

Den Vormittag haben wir etwas langsamer angehen lassen und sind dann zu den Grundschulen Piéla „A“ und „E“ gefahren. Hier haben wir nachgefragt ob die Partnerschaftsbücher für unsere Schulen in Bad Münstereifel auch fertig werden. Heute waren bestimmt 60 Kinder zur Behandlung gekommen, die wissen dass ich bald zurück muss und dann geht es nicht mehr weiter. Morgen früh fahren wir schon um 7.00 Uhr nach Bogande um den Bürgermeister zu treffen und die Befragung der Millenniumsentwicklungsziele abzuholen. Jetzt werde ich aber den Sternenhimmel noch bewundern, der richtig unecht erscheint weil es so viele Sterne gibt. Jeden Abend sehe ich Sternschnuppen, für mich ist das immer ein besonderes Erlebnis.

09. Dezember

Bogande war anstrengend. Früh ging es los und um 8.00 Uhr war dann das Treffen. Dieser Termin war gut vorbereitet denn es waren auch die Bürgermeister der anderen Departement anwesend. Meinem Bauch geht es schon wieder schlecht, da habe ich gestern doch nur ein wenig von dem leckeren Fisch gegessen. Ja, ja man sollte sich doch besser an die Abmachungen halten.

10. Dezember

Oh weia mir geht es gar nicht gut, ich fühle mich richtig schlapp und das am Wochenende wo die kleine Mariette von Cesar getauft wird. Gleich fahren wir alle nach Fada und Morgen ist die Taufe. Ich bin gespannt wie diese Feier hier in Burkina Faso gestaltet wird.

11.Dezember

Leider geht es mir immer noch nicht gut aber hier in Fada bei Cesars Familie fühle ich mich richtig wohl. Die Taufe gestern war Klasse. Während der Messe haben die Frauen getanzt und gesungen. Dies war für mich ein besonderes Erlebnis.

12.Dezember

Heute geht’s zurück nach Piéla  und ich bin zum Markt gegangen und habe für meine Freunde Schmuck und Tücher eingekauft. Es geht mir jetzt auch wieder etwas besser. Ich bin dann zum Kindergarten gegangen um das Buch für Iversheim abzuholen. 60 Kinder kamen mir jubelnd entgegen und mit soviel Freude hatte ich gar nicht gerechnet. Das war ein unvergesslicher Empfang für mich. Mittags sind wir dann nach Gori gefahren um die dort lebenden Patenkinder zutreffen. Nach fünfeinhalb Wochen Aufenthalt in Piéla habe ich mich noch immer nicht gewöhnt. Vor allem in den Dörfern sind die Bewohner besonders dankbar. Um 20.00 Uhr sind Cesar und ich vom Vorstand der Patenkindereltern eingeladen. Sie haben sich bei Cuo Fi und der Partnerschaft in Deutschland für die Zusammenarbeit bedankt und sind sehr froh, dass den Kindern und ihren Familien so gut geholfen wird.

Noch 6 Tage bleiben mir hier in Piéla, natürlich freue ich mich auf meine Familie, mein Freund und Freunde an die ich immer denke. Ich weiß aber auch dass ein großer Teil von mir hier in Piéla bleibt und das mir die Menschen stark fehlen werden. Hier gibt es sehr viele Probleme und alle müssen jeden Tag ums Überleben kämpfen, aber trotz allem sind die Menschen sehr friedlich, es schweißt die Menschen noch enger zusammen. Es gibt so viele Dinge, die ich vermissen werde aber ich komme wieder und darauf freue ich mich jetzt schon.

14. Dezember

Heute haben wir uns aufgeteilt. Cesar ist nach Fada gefahren und ich besuche mit Matthias die restlichen Patenkinder in Piéla. Dann werden wieder wie jeden Tag die Kinder verbunden. Nikola, Kafé, Marie, Angel und ich haben am Abend Musik gehört uns ein Biergegönnt und traurig an meine Abreise gedacht. In den letzten Wochen sind wir eine richtige Gemeinschaft geworden. Wir verstehen uns super. Morgen fahren wir nach Tobou. Hier benötigen wir Polizeischutz, denn es treiben sich Banditen in der Gegend herum. Ich habe schon ein wenig Bammel, aber es wird schon gut gehen.

15.Dezember

Wie besprochen besuchen wir Tobou in Begleitung von zwei schwer bewaffneten Polizisten. Die Fahrt war aber ruhig und wir konnten einige Latrinen und Brunnen besichtigen. Hier wohnen auch einige Patenkinder die wir ebenfalls besucht haben. Ich hatte mich entschieden auf der Rückreise auf der Pritsche zu sitzen, denn bald ist alles vorbei.

 16. Dezember

Heute war sehr viel zu tun. Während Cesar zur Bank nach Bogande war, haben Matthias und ich das Patentreffen vorbereitet, denn alle Patenkinder bekommen heute ihr Weihnachtspäckchen. Alle Mitglieder der Cuo Fi waren anwesend und jeder hatte eine besondere Aufgabe. Cesar hat dann an alle Kinder das Überwiesene Geld für Schule und Familie übergeben. Alle mussten den Erhalt des Geldes mit der Unterschrift oder Daumenabdruck quittieren. Danach haben wir wieder die Kinder versorgt und vielen konnte ich sagen, dass keine weitere Behandlung nötig wäre. Wir haben es geschafft, dass viele Wunden ausgeheilt werden konnten. Die Kinder die neu dazugekommen sind wird Nikola weiter behandeln. Ich mache mir große Gedanken über die weitere Behandlung und es ist einfach unfair, dass hier für viele Menschen kein Besuch in der Krankenstation möglich ist.

Morgen Abend steigt extra eine Abschlussfeier für mich. Auf der einen Seite freue ich mich und anders möchte ich mich verkriechen und nehme die kleine Mariette und Angel mit.

18.Dezember

Es ist schon spät und Morgen um diese Zeit werde ich in den Flieger steigen. Ich bin sehr traurig und die schönen Momente bei diesen Freunden erschweren mir den Abschied. Gestern zur Abschlussfeier kamen 120 Gäste. Es war ein toller Abend. Jetzt sitze ich hier über meinem Bericht und schaue den tanzenden Kindernzu. Ich freue mich, dass ich hier sein durfte, dass mir die Möglichkeit gegeben wurde eine andere Kultur zu erfahren. Ich weiß, dass mir die positive Lebenseinstellung, die Herzlichkeit und einzigartige Lebensfreude zu Hause fehlen werden. Es gab keinen Moment, in dem ich mich nicht willkommen fühlte und ich danke jedem Einzelnen , dass er mir den Aufenthalt so unvergesslich gemacht hat.

19.Dezember

Wir haben gleich 23.30 Uhr, ich sitze im Flieger und warte darauf Burkina Faso zu verlassen. Heute Mittag war der Abschied schon schlimm. Angelin, die kleine Mariette, Matthias, Jean Didie, Celine und Veronique haben Cesar und mich zum Flughafen begleitet. Diese fast sieben Wochen waren die bisher schönsten und beeindruckenden  Erfahrungen in meinem Leben. An dieser Stelle möchte ich Werner als erster danken ,der mir diese Reise zugetraut hat und mich auch über die ganze Zeit telefonisch begleitet hat. Ich danke auch meinem Freund, der diese Reise befürwortet hat, und jetzt in Deutschland auf mich wartet.

All die Eindrücke der letzten Wochen kann mir keiner nehmen und sind für mich sehr wertvoll aber auch lehrreich und ich werde sie behüten wie einen Schatz.

Danke Piéla!               

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Bericht über den Informations - und Freundschaftsbesuch
vom 08. Januar
- 10. Februar 2005
in unserer Partnergemeinde in Piéla


 
Teilnehmer: Silvie Meiser und Werner Ohlerth

 

In Ouagadougou wurden wir von den Mitgliedern der Partnergruppe sowie Abbe Päulin, sehr herzlich empfangen.

Am 09.Jan. sind wir dann sehr früh nach Piela aufgebrochen und die Fahrt war bis auf eine Reifenpanne ohne Probleme. In Piela wurden wir dann bevor wir unsere Koffer abstellen konnten, nach dem Gottesdienst, von der Gemeinde sehr herzlich empfangen.  Aime Cesar, der Vorsitzende von Cuo Fi, hatte für unseren Besuch sein Haus umgeräumt und wir konnten uns gemütlich einrichten. Die ersten Besuche und kleinen Patienten ließen nicht lange auf sich warten. Es kamen täglich mehr Kinder die ganz schlimme eitrige Wunden durch Insektenstiche hatten. Viele haben wir zuerst zur Vorsorge in die Krankenstation geschickt und dann die Wunden behandelt. Eine Behandlung mit Antibiotika oder Spritzen kostet zwischen 5,00 und 10,00 Euro, dieser Betrag können die Eltern der Kinder aber nicht aufbringen. Wenn man die Dankbarkeit der Kinder in ihren Augen erfahren hat, so war man reich belohnt.

Der Kindergarten ist nun fertig und kann in Betrieb gehen, die Brunnen sind bis auf ein Dorf auch alle fertig und fördern gutes Wasser. Die letzte Bohrung wurde an 3 Stellen angesetzt und verlief immer negativ. Jetzt hat die Bohrgruppe ein neues Gerät von Italien erhalten und man wird bis auf 200 Meter Tiefe neu bohren. Gott sei Dank brauchen wir nur eine positiv Bohrung zu zahlen.

In den Dörfern konnten wir uns von der schlechten Ernte ein Bild machen, denn die Hirsespeicher sind zum Teil nur 1/4 gefüllt. Die Rispen der Hirse sind nicht richtig ausgereift und die Körner verkümmert. Für die Menschen beginnt ab April bis September ein harter Überlebenskampf. Unsere Partnerschulen könne zu alledem auch keine Schulspeisung mehr anbieten, da die Amerikaner die Förderung eingestellt haben. Jetzt bekommen die Erwachsenen nur 1 Mahlzeit am Tag und die Kinder 2 Mahlzeiten. Hier müssen zum großen Teil aber Wurzeln und Baumrinde zur Nahrung mit eingesetzt werden. Aime Cesar konnte in Ouga bei einem Händler für uns 334 Sack Hirse zum günstigen Preis von 10.000,00 Euro besorgen. Die Hirse wurde sofort angeliefert und 10 to in Sebba sowie 23 to in Piela gelagert.

Unser Mädchenwohnheim ist nun mit neuer Leitung besetzt und beherbergt 39 Mädchen. Davon sind 19 Mädchen, Vollwaisen.

Die jährl. Kosten für 1 Mädchen betragen mit Schulgeld 270,00 Euro, und es konnten schon 12 Patenschaften vergeben werden.

Vor unserer Reise waren wir ja der festen Überzeugung den persönlichen Kontakt mit einem Mädchen zu vermitteln, hier müssen wir aber einen Rückzieher zugunsten der Mädchen machen. Wir konnten nicht einzelne Mädchen bevorzugen und Andere dadurch benachteiligen, sind aber gerne bereit Brieffreundschaften zu vermitteln.
In der weiteren Zukunft möchten wir das Mädchenwohnheim aber auf eigene Beine stellen, so dass eine Förderung bis auf wichtige Projekte abgebaut werden kann. Während unserer Informationsreise wurden wir zur Sicherheit vor Bandenübergriffen von der örtl. Polizei begleitet. Die Banden kommen vornehmlich aus Togo und versuchen an der Piste ihr Einkommen zu verbessern, da die Polizei unterbesetzt ist und nicht für ausreichenden Schutz sorgen kann. Natürlich versuchen jetzt auch junge Arbeitslose aus Ouaga ebenfalls auf diese Weise an Geld zu kommen.

Daher ist es für Aime Cesar nicht möglich die Pakete für unsere Patenkinder, welche weit in der Gemeinde wohnen, sofort auszuteilen. Teilweise kommen auch die Eltern selbst und holen die Päckchen ab. Also nicht böse sein wenn ein Brief aus Piela schon mal etwas länger dauert.

Das Gesamtbild der Gemeinde ist aber positiv zu bewerten, man sieht und spürt einzelne Fortschritte.
Ein Besuch in Piela ist sehr anstrengend aber auch schön und lehrreich.

                                           Eure Sylvie und Werner

 

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Bericht über die Inspektionsreise 2003 nach Piéla

Teilnehmer: Dagmar Ohlert, Werner Ohlerth und Christian Hens

 

 

Am ersten Februartag fliegen Dagmar, Werner und ich von der Partnerschaft Piéla – Bad Münstereifel aus dem schneebedeckten Deutschland in das westafrikanische Land Burkina Faso. Der Zwischenstopp in Paris verlängert sich aufgrund eines Schneesturms um über vier Stunden, so dass sich die Flugreise in die burkinische Hauptstadt Quagadougou auf insgesamt elf Stunden ausdehnt. 

Die 1993 gegründete Partnerschaft ist bestrebt Hilfe zur Selbsthilfe in der Gemeinde Piéla im Entwicklungsland Burkina Faso zu leisten. Seit der Gründung wurden Projekte im Gesamtwert von über 600 T€ realisiert. Mit diesem Geld wurden 26 Trinkwasserbrunnen, 1 Mädchenwohnheim und 1 Hirsespeicher gebaut. Der Bau von Schulen, Kindergärten, Regenrückhaltebecken, Krankenstationen und Kapellen wurde von der Partnerschaft geleistet bzw. gefördert, die mittlerweile auch über 60 Patenschaften zwischen Patenkinder in der Gemeinde Piéla und Privatpersonen in Deutschland betreut.  

Alle zwei Jahre besucht eine Abordnung der Partnerschaft auf eigene Kosten die Gemeinde Piéla in Burkina Faso, um alle Patenkinder zu besuchen, finanzierte Projekte zu besichtigen und künftige Projekte vor Ort zu planen. Bei unserem diesjährigen Besuch haben wir zudem auch alle 26 gebohrten Trinkwasserbrunnen auf deren Wasserqualität untersucht. 

Unsere Landeseinreise am Flughafen von Quagadougou ist völlig unproblematisch. Empfangen werden wir zuerst von Cesar, Grundschullehrer aus Piéla und unser ständiger Begleiter und Dolmetscher für die nächsten vier Wochen. Neben Cesar sind noch weitere fünf Personen und Freunde der Partnerschaft am Flughafen, die uns sehr herzlich begrüßen. Mit unseren zwei Gepäckwagen  - voll beladen mit sechs Koffern und drei Handgepäcke -  verlassen wir dann den Flughafen und fahren in die Innenstadt.

Die erste Nacht in Burkina Faso verbringen wir in der Station „Radio Maria“. Nach nur drei Stunden Schlaf besuchen wir das Waisenheim „AMPO“ und fahren anschließend in die deutsche Botschaft, wo uns der Legstationsrat 1. Klasse empfängt. Nach einem halbstündigen Informationsaustausch verlassen wir die Botschaft und kaufen unsere Vorräte im Supermarkt und bei Straßenhändler ein. Spät abends treffen wir in Piéla ein, wo wir herzlich von Hunderten Menschen und viel Trommelmusik empfangen werden. Die offizielle Begrüßung wird vom Pastor der Gemeinde in der Kirche gegeben. Werner, Dagmar, Cesar und ich sitzen vor dem Altar den neugierigen Kindern und Erwachsenen von Piéla zugewandt. Nach einigen Begrüßungsworten wird uns der traditionelle milchige Willkommenstrunk serviert, bevor eine achtköpfige kostümierte Mädchentanzgruppe  - unterstützt mit Trommelmusik -  loslegt. Anschließend begeben wir uns zu Cesars Haus, indem wir die nächsten vier Wochen wohnen werden. Völlig erschöpft legen wir uns nach diesem anstrengenden Tag schlafen. 

Am nächsten Morgen haben sich bereits viele Kinder um unser Haus versammelt. Was heute erstmalig beginnt, wiederholt sich vier Wochen lang täglich. Werner, der bereits zum 5. Mal in Piéla ist und die Partnerschaft gründete, behandelt und verbindet offene Wunden bei den Kindern; Dagmar kleidet Kinder, die oftmals nur noch Fetzen tragen, neu ein. Wir haben Hunderte von Kleidungsstücken, mehr als 200 Verbände und unzählige Medikamente und Medizin dabei. Doch leider sollen diese Mengen für unseren Aufenthalt nicht ausreichen.  

In den ersten Tagen unseres Arbeitsbesuches erhalten wir viele Einladungen, denen wir gerne nachkommen. Beim Repräsentanten der Gemeinde sind wir zu Besuch, der Bürgermeister (Präfekt), die Ordensschwestern Soeurs de Rille aus Piéla und auch das ortsansässige Parlamentsmitglied Aimé Prosper Bangou laden jeweils zum Essen ein. Fast immer gibt es Huhn zu essen, Huhn essen wir immer wieder und oftmals auch sehr spät zu Hause bei Cesar, welches Werner hervorragend und reichlich zubereitet. Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass wir alle ca. 2-4 Kg zulegen, was einzig unserem Koch Werner gleich ist, wohl auch weil es bei ihm kaum ins Gewicht fällt.  

Die Partnerschaftsgemeinde Piéla hat eine Fläche von 8.400 km². Das entspricht der siebenfachen Fläche des Kreises Euskirchen. In etlichen Tagestouren bereisen wir viele Gemeindeteile, um Patenkinder zu besuchen und erbaute Trinkwasserbrunnen auf deren Wasserqualität zu untersuchen. Die Wasseruntersuchungen mittels den aus Deutschland mitgebrachten Nährböden und Teststäben lassen sich problemlos durchführen. Leider müssen wir feststellen, dass knapp die Hälfte der Trinkwasserbrunnen nicht frei von mikrobiologischer Belastung ist. In Deutschland werden wir die bislang vorhandenen Daten und Parameterwerte und die gewonnenen Testergebnisse analysieren, um mögliche Ursachen ausfindig zu machen. Positiv bleibt jedoch festzuhalten, dass im Vergleich zu vergangenen Untersuchungsreihen die Wasserqualität sich verbessert hat. Während ich meine Untersuchungen am Brunnen durchführe, verschenken Werner und Dagmar kleine Spielsachen, manchmal Kleidungsstücke und vor allem Luftballons. Es ist immer wieder erstaunlich und bemerkenswert, wie sehr sich die Kinder über einen aufgeblasenen Luftballon freuen können.   

Bei unseren Besuchen in den Dörfern ist der Empfang oftmals mit Trommelmusik, Tanz, Trunk, Essen begleitet und mit vielen, vielen neugierigen Gesichtern. Jedes Mal erhalten wir von den besuchten Familien Geschenke (meistens Hühner), selbst dann, wenn die Familien sehr arm und Hühner für sie sehr wertvoll sind.

Die Fahrten mit unserem Toyota Pickup sind oftmals sehr abenteuerlich, weil die Wege vielfach nicht vorhanden oder nicht erkennbar sind. Auf unseren „Freiluftsitzplätzen“  auf der Ladefläche genießen wir das weite ebene Land und fahren an Sträuchern, Bäumen und ausgetrockneten Flussbetten vorbei oder hindurch zum nächsten Dorf.

Manchmal finden wir jemanden, der einen Weg kennt und mit dem Fahrrad voraus fährt. Abgelegene Dörfer werden mit dem Moped nur selten und mit dem Auto anscheinend nur alle zwei Jahre  - nämlich von der Partnerschaft -  erreicht. Wenn wir unterwegs sind wenden sich Kinder und Erwachsene uns zu und winken freundlich und grüßen von Weitem. Kleine Kinder laufen jedoch manchmal angstvoll davon oder verbergen sich hinter ihren großen Geschwistern. Zu ungewohnt ist für einige der Eindruck einer rollenden Blechkarosse im unwegsamen Gelände. 

Beeindruckt und fasziniert sind wir vom westafrikanischen Land Burkina Faso und vor allem von den Menschen hier. Das Land, weit und eben, wirkt mit seinem roten Sand wie ein endlos großer Tennisplatz, wo vereinzelt Bäume, Sträucher und Gräser wachsen. Die Natur ist bestechend schön und für mich neuartig. Erstaunliche Baumarten, uralte Bäume, knallbunte Vögel, vereinzelte Steinhügel, die rote Erde und die Sonnenauf- und Sonnenuntergänge machen dieses Land und die Natur so absolut erlebenswert. Und die Burkiner wissen auch  diesen „Reichtum“ zu schätzen. Brennholz ist sehr begehrt und essentiell, es wird aber nicht aus gefällten Bäumen erzeugt, sondern nur aus abgestorbenen und aufgesammelten Holz. Die Familien sind im Umgang mit dem Brennholz sehr sparsam. Großzügig dagegen sind die Menschen in punkto Freundlichkeit. Sehr interessant ist, das fast jeder, der uns begegnet winkt und grüßt. Auf der viel befahrenen Piste ebenso wie in der abgelegenen Steppe. Gegrüßt wird in Burkina immer und immer herzlich. So viele Hände wie ich sie in Burkina zum Gruß angeboten bekam, so viele Hände hatte ich zuvor noch nie geschüttelt. Aber der größte Unterschied zu uns Europäern liegt wohl in der offenen Herzlichkeit der Menschen. Neid und Missgunst sind für die Burkiner Fremdwörter. Erhält ein Kind in der Gruppe ein tolles Geschenk, geht es zu den anderen Kinder hin, um Ihnen das Geschenk zu zeigen. Die anderen Kinder freuen sich mit dem beschenkten Kind. Keine neidischen Blicke, keine Enttäuschung, kein Egoismus, sondern nur Freude innerhalb der ganzen Gruppe ist erkennbar. In Deutschland betrachten wir viele Dinge eher von der negativen Seite und sind weltmeisterlich im Jammern, Zweifeln, Lästern, Kritik üben. In Afrika werden die positiven Dinge hervor gehoben. Ich hatte die Gelegenheit ein Fußballspiel in Piéla, nebst Hunderten anderen, zu verfolgen. Erstaunlich war für mich, dass selbst bei zweifelhaften Entscheidungen vom Schiedsrichter kein Zuschauer zu meckern beginnt. Witzig dagegen fand ich das die Zuschauer beim erzielten Tor auf den Platz liefen, um sich gemeinsam zu freuen. Beim Elfmeter lief die halbe Zuschauermenge hinter das Tor, um den Elfer aus der Nähe zu sehen. Die Zuschauer bewegen sich quasi mehr als so mancher Kreisligakicker in der Eifel.  

Natürlich gab es auch nachdenkliche Momente. Erwähnen möchte ich hier insbesondere der Besuch der Krankenstation in Piéla. Medikamente können viele Menschen nicht bezahlen, viele Medikamente sind nicht erhältlich. Die Zustände, die Möglichkeiten der medizinischen Versorgung sind hier denkbar schlecht. Werner versprach der Krankenstation sich um Hilfe zu bemühen, insbes. bei der Beschaffung von Impfstoffen, die längst und in großer Stückzahl benötigt werden, um der aktuellen Meningitis-Epidemie entgegen zu wirken. Nachdenklich wurden wir auch, als wir die z. T. schweren Verletzungen der Kinder sahen, denen wir nicht mehr helfen konnten und deren Eltern kein Geld für ärztliche Behandlungen haben. In einigen Fällen haben wir ausgeholfen, den meisten allerdings konnten wir aus finanzieller Sicht jedoch nicht helfen.   

Hektik und Stress sind die Menschen in Westafrika freilich nicht gewöhnt. Es wird sehr viel Zeit gemeinsam verbracht. Anliegen der Mitmenschen werden interessiert wahrgenommen und den eigenen oftmals vorangestellt. Die Menschen sind untereinander und natürlich auch zu uns so aufgeschlossen und herzlich, dass es irrsinnig viel Spaß bereitet hat, die 31 Tage mit Ihnen zu verleben. Besonders unsere ständigen Begleiter Lehrer Cesar, Mechaniker Timothy und unser Schneider Mathias sind sehr gute Freunde von mir geworden, deren ehrliche, herzliche und unkomplizierte Art ich sehr schätze.  

Natürlich hatten wir auch sehr viel Spaß in Burkina Faso und besonders mit den Burkinern. Die Menschen – ob arm oder reich – lachen gerne und oft. Und uns erging es genauso. Aber auch wir drei harmonierten sehr gut, was für einen erfolgreichen Arbeitsbesuch sehr wichtig ist. Ob bei der körperlichen Arbeit (z.b. Einfassung eines Gartenversuchsfeldes), bei den alltäglichen Dingen (wie Kochen und Spülen), unterwegs oder beim Feierabend genießen waren wir stets ein hervorragendes Team. 

In Burkina Faso gibt es wohl kaum ein Tag ohne Tanz, Trommel und Musik. In unserem „afrikanischem“ Zuhause bei Cesar sind ständig viele Kinder versammelt, die immer wieder spontan anfangen in einer Gruppe zu tanzen und zu singen und dabei sehr viel Freude und Zufriedenheit ausstrahlen. Die Trommelmusik geht - zumeist gepaart mit Tiergeräuschen von Esel und Hahn – die ganze Nacht durch. Mehrmals wachen wir dadurch auf, woran man sich allerdings schnell gewöhnt. Ebenso die Hitze. Fast jeden Tag sind es über 40, manchmal auch über 50 °C im Schatten. Aufgrund der geringeren Luftfeuchte und da man sich der Witterung nur schwerlich entziehen kann, gewöhnt man sich sehr schnell an diese neuen Lebensbedingungen. Viele Entbehrungen, die wir in Burkina Faso hatten, wurden uns bei der Rückkehr erst bewusst. Man kann quasi sagen, wir haben auf viele Dinge verzichtet ohne das sie uns fehlten. Dies ist allerdings für mich auch nur deshalb zutreffend, weil Dagmar, meine Verlobte, gemeinsam mit mir diese tolle Zeit in Afrika verbrachte. Die gewonnenen Erfahrungen, die erlebten Eindrücke, die Mentalitäten und die Menschen, die ich kennen lernen durfte, das Land, unser gemeinsamer Aufenthalt, die Kinder und die Herzlichkeit und vieles, vieles mehr möchte ich nicht mehr missen erlebt zu haben.

Danke Piéla.

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Reisebericht  28.01. - 25.02.2001
 
von Dagmar Ohlert

 

 

Sonntag, 28.01.01 

Heute haben Werner, Yvonne, Jürgen und ich unsere Reise nach Piela angetreten. Um 5.00 Uhr sind wir in Hilterscheid gestartet und waren um 8.00 Uhr in Brüssel am Flughafen. Dort mußten wir leider etwas Geduld haben, bis es weiterging, denn unsere Maschine hatte zwei Stunden Verspätung.

19.00 Uhr: Endlich, wir sind in Ouagadougou gelandet!

Afrika da bin ich bzw. wir !!

Nachdem wir durch die Passkontrolle waren, wurden wir von einigen Mitgliedern der Cou­Fi ganz,ganz herzlich begrüßt und dann in unsere Quartiere gebracht. Im Anschluss waren wir noch alle zusammen essen, aber um 22.00 Uhr afrikanische Zeit lagen wir endlich total erschöpft in den Federn. Es war ein sehr aufregender Tag und es war super ergreifend, wie sehr sich die Leute über unsere Ankunft gefreut haben!! 

Montag, 29.02.01. 

Meine Uhr ist stehengeblieben, egal, ich bin aufgestanden und habe erst einmal eiskalt geduscht. Der Geräuschpegel draußen ist der Hammer; geweckt wurde ich von sich aufpumenden Eseln, Menschengemurmel, krächzenden Hähnen und knatternden Mopeds.Ich habe draußen gestanden und einfach nur den Menschen zugeguckt, die die Straße entlang gingen : zur Schule, Frauen mit riesigen Schüsseln, Töpfen und Krügen auf dem Kopf und unzählbar viele Mopeds. Gleich werden wir zur Messe gehen, danach zur Deutschen Botschaft fahren, einkaufen und zur Bank gehen um Geld umzutauschen und dann endlich unseren vierstündigen Autotrip nach Piela antreten. Wir sind in Piela !! Vier Stunden haben wir gebraucht , um von Ouaga nach Piela zu fahren. Die Eindrücke, die während der Fahrt auf mich eingeströmt sind, haben mich irgendwie voll umgehauen. That,s Afrika; aber wenn man es noch nie gesehen hat, kann man es kaum glauben: absolute Armut, Lehmhütten, Feuerstellen, Frauen die mit Krügen, Kanistern und Eimern auf dem Kopf zur Wasserstelle gehen; Kinder die sich manchmal freuen, machmal aber auch erschrecken, weil sie weiße Menschen und ein Auto sehen. Aber dann, unsere Ankunft! Es war schon dunkel, aber dann wurden wir begrüßt, aber wie!!Es ist wirklich fast nicht zu beschreiben.Als wir mit dem Auto in Piela einfuhren, standen wir plötzlich vor einer riesigen, tanzenden, trommelnden und singenden bzw. kreischenden Menschenmenge. Ich hatte erst gar nicht den Mut, auszusteigen.Als ich draußen war, mußte ich mich erst einige Zeit am Außenspiegel des Jeeps festhalten, das alles erst einmal wahrzunehmen und zu verarbeiten. Es ist der Wahnsinn; mir war nicht klar, daß sich die Menschen hier so über unser Kommen freuen und uns so feiern würden; mir war auch nicht klar, daß man in zehn Minuten ca. 300 Hände schütteln kann!! Es war absolut unbeschreiblich; der Wahnsinn !! 

Dienstag, 30.01.01 

Heute haben wird den Dorfältesten getroffen und sind von ihm herzlichst in Piela begrüßt worden und er hat uns viel Erfolg bei unseren Arbeiten gewünscht und sich bei uns bedankt, daß wir für und mit Piela arbeiten.Danach hatten wir noch ein kurzes Treffen mit dem Präfecten, dem Bürgermeister von Piela, der uns auch herzlichst begrüßte!Danach haben wir die Plastikmaschine und die Formen für die Digettsteine zusammengebaut und an ihren Platz gebracht, damit wir morgen richtig loslegen können. Es war ganz schön warm heute, über 50 Grad C, aber wir werden uns schon daran gewöhnen! Abends hatten wir noch eine heftige und lange Diskussionsrunde mit den zwölf Mitgliedern der Cuo-Fi. 

Mittwoch, 31.01.01

Es ging lange gestern abend, es gab viel zu bereden und viel zu diskutieren. Danach haben wir noch einige Zeit zusammengesessen und gefeiert.Nachdem wir dann also heute morgen etwas länger geschlafen haben, stellen wir aus einem Zement-, Sand -u. Plastikgemisch die ersten Steine her. Kinder und Erwachsene kamen sofort neugierig hinzu.Yvonne und Jürgen haben heute angefangen, am Hirsespeicher zu mauern; es ging superschnell, da ein ganz toller Maurer, namens Pierre, im Auftrag von der Partnergruppe, das Kommando auf der Baustelle übernommen hat und seine Jungs toll mit anfassen !! 

Donnerstag, 01.02.01

Haben heute wieder Steine gemacht. Die erste Ladung von gestern ist wirklich Klasse geworden; wir sind stolz wie Oskar!!Der Maurer des Hirsespeichers ist echt Spitze und würde von Jürgen am liebsten nach Bad Münstereifel importiert. Am Nachmittag haben wir uns mit den Eltern bzw. Großeltern von meinem Patenkind Maurice getroffen. Unsere Verdauungsprobleme haben wir jetzt alle vier wieder im Griff und nun wird von Jürgen das Müllproblem rund um die Missionsstation in Angriff genommen. Mit den Kindern wird der Plastik eingesammelt, den wir in die Digettsteine einarbeiten.

Freitag, 02.02.01

Heute haben wir drei Dörfer der Gemeinde Piela besucht, unter anderem Toubou, wo wir einen großen Empfang bekommen haben. Die Männer und Frauen haben für uns getanzt, getrommelt und gesungen und uns danach ihre Sorgen vorgetragen. Werner und Jürgen haben jeweils ein "Trägerumhänger" bekommen, worin Werner original wie "Heidi" aussah! Yvonne und ich haben jeweils einen wunderschönen Wickelrock bekommen. Trotz dieser wunderschönen Geschenke, zu denen auch noch sieben Hühner kamen, muß  man leider sagen, daß die Menschen in sehr großer Armut leben, worunter die Kinder natürlich besonders leiden.

Samstag, 03.02.01

Haben heute wieder Steine produziert; es klappt hervorragend. Werner und mir werden Schaufeln und andere Arbeitsmaterialien förmlich aus der Hand gerissen, da alle mithelfen wollen und sehen wollen, was wir machen, wie es funktioniert und einfach nur mitmachen wollen. Es ist toll, wenn man miterleben und mit ansehen kann, wie toll die Arbeit angenommen wird. Am Nachmittag fand in Dabesma ein großes Treffen mit dem deutschen Botschafter statt, zu dem auch wir mit den Mitgliedern der Cuo-Fi eingeladen waren.

Sonntag, 04.02.01

Heute morgen fand noch einmal eine offizielle Messe zu unserer Begrüßung statt. Am Ende der Messe hat Werner der Gemeinde ein großes Ikonenkreuz übergeben. Abbe Leon hat das neue Gewand überreicht bekommen und Abbe Jean-Pierre die Stola. Nach der Messe haben wir uns mit allen Eltern der Patenkinder getroffen und ihnen Geld für Hirse von den Pateneltern und die Briefe aus Deutschland überreicht. Auch ich wurde heute beschenkt von meinem Patenkind und seinem Opa habe ich zwei Hühner überreicht bekommen. Ich war begeistert und habe mich natürlich gefreut (wenn ich die Hühner nur nicht hätte anfassen müssen) . 

Montag, 05.02.01 

Heute haben wir wieder an den Digettsteinen gearbeitet. Zur Anschauung haben Werner und ich etwas Hirse in ein Gemisch aus unserem Wundermittel "Watersafe" und Erde gesät und warten nun auf den Erfolg: Die Menschen hier sind total überwältigt von "Watersafe", da es das Wasser unheimlich bindet, Werner wird schon als Zauberer bezeichnet. Am Abend war ich mit Abbae Leon auf Agathes Namenstag; es war schön, mal zu sehen, wie die ganze Familie so zusammenarbeitet und ein bischen feiert-- und Dagmar mitten drinn !! 

Dienstag, 06.02.01

Wieder gearbeitet!! Heute war es wirklich fast unerträglich heiß, wir schätzen mal ca. 60 Grad C. Jürgen und Yvonne haben ihre Rückreisetickets für Sonntag, den 11.02.01 geordert. Ab dann sind Werner und ich alleine; wir werden das Kind schon schaukeln! Heute abend findet wieder ein Treffen mit der Cuo-Fi statt; es wird also sicher wieder spät, da es immer viel zu besprechen und auszudiskutieren gibt. 

Mittwoch, 07.02.01 

Wir haben jetzt genau 9.35 Uhr und wir warten seit genau einer Stunde und 35 Minuten auf Aime, der mit uns eigentlich um 8.00 Uhr losdüsen wollte, um die Dörfer Dabilgou und Tugdaadou zu besuchen. Aber hier in Afrika laufen die Uhren halt manchmal anders. Wenn er nicht bald kommt, kriegen wir die Krise! Heute nachmittag fahren wir zu Florence, dem Patenkind von Jürgen, damit er sie vor seiner Abreise noch zusehen bekommt. Die Frage ist nur, ob Aime bis dahin endlich hier sein wird! Um 12.00 Uhr ist er endlich gekommen!! Wir sind dann die Brunnen in den Dörfern abgefahren, wobei wir sehr froh waren, da die Brunnen sehr!! gepflegt sind. Danach sind Werner und ich spazieren gegangen; als wir losgingen, hatten wir ca. zehn Kinder im Schlepptau, als wir wieder in der Missionsstation ankamen, waren es ca. 80 Kinder!! Die Kinder wie auch die Erwachsenen hier sind echt der absolute Hammer Sie sind alle so aufgeschlossen, freundlich und nett, das ist einfach wunderschön!! 

Donnerstag, 08.02.01 

Heute waren wir in Kankassi, wo wir ein Patenkind besucht haben. Danach haben Werner und ich einen Geburtstagskuchen für Yvonne gezaubert aus Brödli und Pudding: Not macht erfinderisch! Am Nachmittag kamen dann die Frauen und haben für das Geburtstagskind getanzt, getrommelt und gesungen; das ganze ging bis ca. 18.00 Uhr. Absolute Party; das muss man einfach erlebt haben. Danach haben wir alle zusammen gegessen und getrunken und noch lange zusammengesessen.

Freitag, 09.02.01 

Werner und ich waren heute morgen um 6.00 Uhr in der Messe. Danach haben wir wieder Digettsteine produziert; wir sind schon richtig gut und vor allem schnell, aber wir haben auch wirklich tolle Hilfe. Am Abend fand ein Treffen mit den Jungendlichen statt. Danach waren wir bei den Schwestern , die in Piela stationiert sind, zum essen eingeladen. Im Anschluss daran hat der Choral für uns gesungen, was sehr sehr schön war. 

Samstag, 10.02.01

 Heute morgen sind Yvonne und Jürgen mit Cäsar und Aime nach Ouaga gefahren. Jetzt werden wir die uns gestellten Aufgaben neu einteilen. Die ersten der fertigen Digettsteine haben wir heute nach Torima gebracht, wo sie getestet werden. 

Sonntag, 13.02.01 

Heute waren wir in Fada bei Abbe Pierre! Zuerst waren wir beim Chef für die Brunnenbohrungen und haben mit ihm einige Projekte besprochen. Danach waren wir alle zusammen essen, John-Gabriäl, Pascal, Jäan-Francoisä, Värnoniquä, Cäsar, Aime, Abbe Pierre, Werner und ich. Danach haben wir Cäsars kleine Tochter Carinä besucht, die bei ihrer Oma in Fada lebt. Desweiteren besuchten wird den Augenoptiker von Ocadäs, der dringend unsere Hilfe in Form von alten Brillen benötigt; Gestelle, Gläser usw. , die er dann zurechtschleifen und den Leuten anpassen kann. Zum Schluß haben wir dann noch eine kleine Hirsemehlfabrik besucht, die spezielle Säuglingsnahrung herstellt. Danach haben wir uns auf den 120 km langen Rückweg nach Piela gemacht. Auf dem Rückweg mußten wir dann noch einen liegengebliebenen Kleinbus abschleppen, aber kein Problem!! Heute abend haben wir es endlich geschafft, den wunderschönen Sternenhimmel zu fotografieren!! Wunderschön!!  

Montag, 14.02.01 

Wir wollten heute einen ganz ruhigen Tag machen, da wir morgen eine sehr große Tour vor uns haben ! Also haben wir um 7.00 Uhr gefrühstückt und sind dann mit Agathchen nach Piela gegangen, um Stoff zu kaufen, aus denen Schneider Mathias Hemden nähen soll. Als wir zurückkamen, haben Agathchen und ich erst einmal gewaschen, gewaschen und gewaschen; da es hier keine Waschmaschine gibt, dauert alles ein bisschen länger. Danach sind wir nochmal zum Markt nach Piela gegangen um nochmal Stoff zu kaufen; der arme Mathias !! Er sitzt wegen uns glaube ich Tag und Nacht an der Nähmaschine. Aber er macht es gerne und sehr, sehr gut. Als wir zurückkamen, konnten wir auch gleich wieder gehen, da Werner ein Loch in der Hose hatte, welches sofort genäht werden mußte. Um 17.00 Uhr hatten wir ein Treffen mit den Frauen aus Piela, die uns im Gedenken an Marianne Zimmermann für deren Mann Oskar einen tollen afrikanischen Hut und eine leckere afrikanische Spezialität aus Erdnüssen überreicht haben. Dann sind wir beschenkt worden von Cesar und Pascal, der leider morgen Piela verlassen wird. Zuerst ein Geschenk von allen Pateneltern zusammen: Werner eine schöne Ledermappe und ich eine Handtasche. Von Pascal habe ich dann ein paar Schlappen geschenkt bekommen, worüber ich mich sehr gefreut habe, da dieses Geschenk mit keinem Geldwert zu vergleichen ist!! Am Abend haben wir dann mit Pascal und seiner Familie ein wenig Abschied gefeiert.

Dienstag, 15.02.01 

Wir sind heute um 6.00 Uhr losgefahren um unsere Riesentour durch die Gemeinde zu starten. Wir waren in Sabbria, Bassieri, Boungou, Dipienga, Diapadigou, Bandikidini, Bonsiega, Kogdou und Gori. Es war sehr anstrengend, sehr warm aber trotzdem sehr schön und interessant. In vielen Dörfern sind wir mit Trommeln usw. empfangen worden; es war echt toll!! Die Leute haben uns ihre Sorgen vorgetragen, wobei die größte Not wirklich das zu wenig vorkommende Wasser ist. Manche Leute müssen aus ihren Dörfern 15 km und mehr laufen, um an einen Brunnen zu kommen, an dem sie dann oft noch stundenlang anstehen müssen, um endlich Wasser zu bekommen. Das ist wirklich schlimm und ich denke, dies ist eines der dringenden Projekte, die in Angriff genommen werden müssen. Um 22.00 Uhr waren wir endlich in Piela; wir waren echt fix und fertig. Während der Tour haben wir viele Hühner und eine Ziege geschenkt bekommen, die uns auf dem Jeep begleitet haben. Um im dunkeln überhaupt aus dem "Busch" wieder hinaus zu finden, mußte jemand mit dem Fahrrad vorfahren und uns den Weg zur "Straße" (wenn man das so nennen kann) weisen! Also, das war wirklich sehr spannend und wir hatten schon mit einer Nacht im Freien gerechnet. Aber wir haben es geschafft. Er kannte sich wirklich aus. Alles in allem ein toller, spannender Tag !!

Mittwoch, 16.02.01 

Heute konnten Werner und ich endlich mal Auto fahren. Wir haben den Jeep von Aime geliehen, um die redlichen Digettsteine nach Torima zu fahren Aber nur Steine auf der Ladefläche zu haben, das wäre uns natürlich zu langweilig gewesen; also haben wir unsere Kidis auch noch hintendrauf gepackt. Die hatten Spaß wie jeck !! Die größeren haben uns dann in Torima geholfen, die Digettsteine zu legen. Am Nachmittag sind wir nach Bogande zum Hauptkommissar gefahren. Der war sehr interessisert an der Partnerschaft und wollte viel über unsere derzeitigen und auch anstehenden Projekte wissen. Besonders das von uns angesprochene Müllproblem interessierte ihn sehr und er wird dafür sorgen, daß in Piela Tonnen aufgestellt werden, zumindest an den öffentlichen Gebäuden und vereinzelt auf dem Markt, wo Müll gesammelt werden kann. Dieser soll dann mit Eselskarren zu einem Grundstück gebracht werden, das er uns als "Müllabladedeponie" zur Verfügung dellen möchte. Darüber waren wir natürlich sehr froh und haben es gerne angenommen. Das Grundstück wird von der Cuo-Fi mit selbst hergestelltem Maschendraht eingezäunt, damit der Plastik nicht umherliegt!

Donnerstag, 17.02.01 

Heute war wieder eine große Tour angesagt! Zuerst waren wir bei der Taufe von Augudine, der Schwester von Rene (Yvonnes Patenkind). Dort haben wir uns einige Zeit aufgehalten, da wir noch essen und trinken und vom ganzen Dorf begrüßt werden mußten. Es ist wirklich hart zu sehen, daß eine Schlage von ca. 100 Menschen darauf wartet, am Brunnen Wasser zu pumpen. Es ist unvorstellbar! Es ist allerdings auch unvorstellbar, daß man einige Kilometer weiter in Ogniagouderi von ca. 1500 Menschen so freundlich empfangen wird, daß es einem echt die Sprache verschlägt. Man kann es, denke ich, niemandem so nahe bringen, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Aber ich sage Euch: es war der absolute Hammer !!! Die Menschen brauchen dringend einen Trinkwasserbrunnen und möchten die Steinpresse zum Bau einer Krankenstation geliehen haben. Fenster, Türen und Dach erbitten sie als Projekt von uns. 

Freitag, 18.02.01 

Man kann es kaum glauben, aber heute haben wir schon unsere Abschiedsmesse gefeiert, obwohl wir jetzt noch vier Tage in Piela bleiben. Trotzdem, es war ein komisches und ein sehr trauriges Gefühl. Die Zeit ging viel zu schnell vorbei !! Man kann es sich nicht vorstellen, wie man in so kurzer Zeit so mit den Menschen verbunden sein kann. Als wir heute nachmittag in die Dörfer gefahren sind, habe ich gemerkt, wie ich versuche, soviel wie möglich von diesem Land in mir aufzunehmen, um niemals die wunderschönen Bilder und Eindrücke zu vergessen. Am Abend hat Werner für Cesar, Angeline, Abbe Leon, Abbe Jean-Pierre und mich ein besonderes Menue gekocht. 

Samstag, 19.02.01 

Heute haben wir noch einmal Steine gemacht, um sie dann nach Torima zu bringen, wo unser Rondell fast fertig ist. Am Nachmittag haben wir wieder einige unserer Brunnen besichtigt; alle in gepflegtem Zustand. In einem Dorf haben die Menschen sich mit tollen Masken verkleidet und für uns getanzt. Das war wirklich toll!! Jeden Abend waren viele, viele Kinder da, die sich von uns ihre kleinen aber machmal doch sehr tiefen und vereiterten Wunden behandeln ließen. Es wurden jeden Tag mehr. Ich glaube, sie werden unsere medizinische Versorgung ganz schön vermissen, denn zum Arzt können sie nicht gehen, da das viel zu teuer ist. Von einigen haben wir schon kleine Dankesbriefe bekommen; das war wirklich lieb und kam von Herzen.  

Sonntag, 20.02.01 

Heute sind wir um 7.00 Uhr nach Dori gestartet, von Piela ca. 160 km Richtung Wüste. Das merkte man gut, denn es wurde Mega-Heiss: Ca. 30 km vor Dori liegt Bani, wo eine tolle Moschee steht, die über 20 Jahre hinweg ohne Bauplan aus Lehm gebaut wurde; es war Super-Klasse !! Als wir in Dori ankamen, war ich schon total verbrannt. Dann haben wir Abbe Michel getroffen, den Werner gut kennt. Er hat vom Bischof den Auftrag bekommen, in Sebba eine Missionsstation aufzubauen. Zum Dank für den Besuch mußten wir mit Ihm essen und noch ein wenig klönen. Auf dem Rückweg, ca 100 km vor Piela , hatten wir eine Autopanne: Loch im Kühler !! Aber für Afrika kein Problem !! Erst mal Wagen abkühlen lassen und warten. Abkühlen geht bei 45 Grad C im Schatten natürlich nicht so schnell: also warten, warten, warten!! Aber dann !! Auf einem Markt, einige Kilometer weiter wurde gemahlener Tabak gekauft und mit Wasser in den Kühler gegeben, wobei der Tabak das Loch verklebte. Man glaubt es kaum: es hat funktioniert!! Die Kiste lief wieder; so einfach geht das. Wir sind ohne Probleme nach Piela gekommen und auch den Rest unserer Zeit in Piela hat der Kühler sich nicht mehr gemeldet.

Montag, 21.02.01

Heute morgen waren wir in der Schule von Cesar, der Sekretär der Cuo Fi und unser Übersetzer. Er ist Lehrer an einer Grundschule mit sechs Klassen, wobei ca. 70 - 100 Kinder in einer Klasse sind, danach waren wir in Torima, wo wir unser Test - Rondell mit den gefertigten Digettsteinen fertiggestellt haben. Weiterhin haben wir ein besonderes Beet mit "Water Safe" präpariert und Möhren sowie Zwiebeln eingesät. Nach unserer Rückkehr zur Mission, saßen unsere kleine Patienten schon in Startposition für die Behandlung, neue Verbände wurden angelegt Wunden gesäubert und alle Kinder mit Vitamine versorgt. Aime und Cesar warteten schon auf den Besuch für das nächste Dorf, wo ein Dorfbrunnen besichtigt wurde, hier war ich zum erstenmal schockiert über die Armut, die mir vor Augen kam. Es war ganz besonders trocken und das Wasser des Brunnens sah auch schlimm aus. Am Abend fand ein letztes Treffen mit der Cuo Fi statt, bei dem wir unsere Reise noch einmal Revue haben passieren lassen. Wir waren alle sehr zufrieden mit den Projekten, die wir fertigstellen konnten, aber auch für unsere bis jetzt geleistete Hilfe. Unser Aufenthalt wurde als sehr sehr gut bezeichnet. Man kann wirklich nur noch einmal betonen, dass die Menschen hier so nett sind, wie man es sich bei uns nur träumen kann. 

Dienstag, 22.02.01 

Heute ist unser letzter Tag in Piela. Eines der Kinder hat mich heute morgen gegen 6.30 Uhr geweckt, indem er immer wieder gegen meine Tür klopfte. Er wollte sich ganz alleine von mir verabschieden ohne große Worte, nur meine Hand drücken und mir mit seinen lieben aber traurigen Augen nicht Adieu sondern Aufwiedersehen, sagen. Dann haben wir noch zwei Patenkinder besucht, wobei wir auch einen Abstecher zur Gartenanlage Bilanga machten. Der Garten liegt unmittelbar an einem Staubecken und hier gibt es Möhren, Zwiebeln, Kohlgewächse und Bananen. Man kam sich fast vor wie im Schlaraffenland, da wir so etwas grünes die ganzen 4 Wochen nicht gesehen hatten. Es war toll zu erleben, dass man es hier geschafft hat, so etwas aufzubauen. Das macht Mut, auch für unsere Projekte. Am Abend gab es dann die große Verabschiedung! Zwei der Schafe die uns geschenkt wurden, haben wir geschlachtet und zusammen mit unseren Freunden verspeist. Viele Kinder kamen um sich von Werner und mir zu verabschieden. Sie hatten sichtlich Probleme die Tränen zurückzuhalten, wir werden sie genauso vermissen, wie die uns. Ich denke immer wieder wer versorgt sie jetzt?, denn sie sind mir an mein Herz gewachsen.

Mittwoch, 23.02.01 

Um 6.00 Uhr heute morgen, haben wir Piela verlassen, um in die Hauptstadt Ouagadougou zu fahren. Alle unsere Mädels von Torima standen Spalier um sich von uns zu verabschieden, außer ihnen kamen noch einige Frauen und Männer aus dem Dorf. Alle waren sehr traurig, uns eingeschlossen und es viel uns schwer die Tränen zurückzuhalten. Pascal, Matthias, Josef, Jean - Francoise, Celine, Etienne, Cesar, Aime und Veronique sind mit uns gefahren um die letzten Tage mit uns zu verbringen. In Ouaga haben wir dann unsere Zimmer bezogen und sind zum Gelände der Fespaco gefahren, wo wir schon einige Sachen einkaufen konnten. Am Abend kam Abbe Pierre dazu und wir sind zum Restaurant gefahren, wo wir gegessen und noch gemütlich zusammengessen haben.

Donnerstag, 24.02.01 

Hier in Ouaga ist die Luft wirklich super schlecht, man kann kaum durchatmen. Hier ist die Hölle los, erstens natürlich wegen der Fespaco, aber zweitens weil hier tierisch viele Menschen leben, die irgendwie ständig auf ihren Mofas unterwegs sind. Es gibt viele, viele Straßenkinder, die ständig mit traurigen, bettelnden Augen vor dir stehen, aber man kann nicht allen helfen. 

Freitag, 25.02.01 

Heute waren wir auf der Fespaco, wo mächtig was los war, und jede Menge schöne afrik. Kunstgegenstände aber auch med.Sachen angeboten wurden. Um 15.30 Uhr mußten wir dann unsere Koffer einschecken, was nur läppige 3 Std. dauerte. Die Stimmung unserer Freunde war bereits auf den Nullpunkt gesunken, und es war auch für uns ganz mulmig. Als wir dann nach einem gemeinsamen Abendessen, zum Flughafen gefahren wurden, rollten die Tränen doch schon ein wenig. Es war wirklich ein absolut trauriger Moment, den ich so schnell aber nicht vergessen möchte.

Ich danke Allen, die es mir ermöglicht haben, nach Piela zu reisen, dass Land, seine Armut und Probleme erfahren zu dürfen. Ganz besonders danke ich dafür, dass ich Menschen kennenlernen durfte, ihre Liebe, und Freundlichkeit, ihre offene, ehrliche und unkomplizierte Art, einfach erlebt zu haben und viele neue Freunde gefunden zu haben. Piela, ich komme wieder!!! 

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Reisebericht 31.01. - 28.02.1999

 

Sonntag 31.01.1999

 

Gegen 17.00 Uhr landeten wir auf dem Flughafen der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou. Den Weg vom Flugzeug zum Flughafengebäude legt man hier zu Fuß quer über das Rollfeld, zurück. Die Passkontrolle wurde sehr gründlich vorgenommen und auch das Visum, sowie der lmpfpaß schienen von großer Bedeutung zu sein.

Endlich kamen wir zum Flughafenausgang, wo wir bereits von Abbe Pierre, Aime, Matthias, Joseph (der Vater meines Patenkinds Rene), Cesard und zwei weiteren Männern erwartet wurden. Die Begrüßung fiel sehr herzlich aus. Dabei folgt man einem bestimmten Ritual: man gibt sich die Hand und berührt sich mit den gegenüberliegenden Schlafen jeweils viermal im Wechsel. Kurz darauf wurde unser Gepäck auf der Ladeflache von Pierres Pick-up verstaut, die Männer setzten sich dazu und wir konnten vorne in die Fahrkabine einsteigen. Wir wurden zu unserer Unterkunft in der Missionsstation 'Radio Maria' gefahren, und konnten dort direkt unsere Zimmer (mit Dusche und Waschbecken) beziehen. Danach sind wir alle zusammen essen gegangen und für die Männer die sonst nur Hirse und Soße kennen war Restaurant und ein ganzes Huhn pro Person echter Luxus. Allerdings ist essen gehen in Afrika ganz anders als in Deutschland. Hier dauert alles viel länger, dass heißt nicht es wird mehr gegessen oder getrunken, sondern es dauert einfach unendlich lange ehe überhaupt mal eine Bedienung kommt und bis das Essen serviert wird vergeht minimal eine Stunde. Unterhalten können wir uns in Französisch (un peu) oder in Deutsch, wenn Cesard übersetzt. Ansonsten geht alles durcheinander (Französisch, Deutsch, Englisch, Hände, Füße). Diejenigen die in die Schule besucht haben sprechen untereinander Französisch, können aber auch alle den Dialekt Gurmantsche der für die Region Piela üblich ist.


Montag 01.02.1999
 

Um 06.00 Uhr trafen wir uns zur Messe. Abbe feierte sie in einer kleinen Kapelle der Missionsstation. Nach dem Frühstück in der Mission (Weißbrot und Tee) holte Abbe uns ab und wir fuhren in die Stadt. Zuerst besuchten wir die deutsche Botschafterin, um ihr mitzuteilen, dass wir uns in Burkina aufhalten und welche Projekte wir für diese Zeit geplant haben. Im Anschluss daran guckten sich Aime und Pierre Hirsemühlen an, von denen zwei als Projekt für die Frauen angeschafft werden sollen. Mit Lebensmitteln deckten wir uns in einem Supermarkt ein, der ein ähnliches Angebot führt wie die Geschäfte in Deutschland. Alle Einkäufe wurden zu den Koffern auf den Pick-up geladen und den restliche Platz auf der Ladefläche teilten sich die Männer. Unsere nächste Station war der Markt von Ouaga. Sobald wir das Auto verlassen hatten und als Weiße in Erscheinung traten umringten uns die Marktfrauen und versuchten uns ihre Waren aufzudrängen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant machten wir uns um 14.00 Uhr endlich auf den Weg nach Piela. Unterwegs mussten an einer Hütte noch zwei weitere Männer und zwei Matratzen auf der Ladefläche bzw. auf dem Dach verstaut werden. Die Fahrt führte zu Anfang über geteerte Strassen (ohne Mittelstreifen) auf denen das Leben typisch afrikanisch zugeht. An allen Ecken wird gehandelt, jeder hat etwas zu verkaufen. Auf der anderen Seite sieht man aber auch sehr deutlich die Armut der Bevölkerung, besonders viele alte Menschen und Kinder betteln und machen einen extrem kranken Eindruck. Die offenen Abwasserkanäle scheinen die rapide Ausbreitung von Krankheiten nur zu unterstützen. Nach circa vier Stunden kamen uns zehn Kilometer vor Piela etwa 150 vorwiegend Jugendliche und Kinder entgegen, die uns bereits erwarteten. Mit Gesang, Musik und Tanz wurden wir begrüßt. Endlich in Piela angekommen versammelten sich alle in der Kirche, wo die meisten Erwachsenen bereits auf uns warteten. Werner und ich mussten vor dem Altar Platz nehmen und Pierre stellte uns vor. Die ganze Zeit über wurde getanzt und gesungen, so dass es mir wie ein Freudenfest vorkam. Zur Begrüßung wurde yiim-piema (weißes Wasser) gereicht. Aus Wasser Hirsemehl, Zucker und Ingwer wird ein Getränk gemischt, das in Kalebassen angeboten wird. Als die 'offizielle' Veranstaltung vorbei war, begrüßten wir jeden einzelnen per Handschlag, was bei der Menge Menschen einige Zeit in Anspruch nahm. Danach konnten wir uns dann in unseren Zimmern einrichten, die mit Dusche und Waschbecken mehr Luxus bieten als ich erwartet hatte.

 

Dienstag 02.03.1999

Um 06.00 Uhr hat Abbe die Messe in der Kirche gehalten und dann gab es Frühstück. Die mitgebrachten Lebensmittel wie Schwarzbrot, Tee, Marmelade etc. erweisen sich als äußerst angenehm, da sie den Speiseplan abwechslungsreich gestalten. Außerdem kann man durch Selbstversorgung unangenehme Krankheiten vermeiden. Heute sind wir zur ersten Tour durch die Gemeinde aufgebrochen. Gut ausgerüstet mit Luftballons und Bonbons, sowie reichlich Lafi ging es los. Als Unterstützung fuhren gleich mehrere Männer auf der Ladeflache mit. Im Pick-up sind wir auf kaum erkennbaren Wegen (es gibt keine Straßen , nur gelegentlich Pisten) durch die Dornsavanne in die verschiedenen Dörfer gefahren. Die Region ist sehr trocken und lediglich Dornsträucher, abgeerntet Hirsefelder, Mango- oder Affenbrotbaume (Baobab) prägen das Bild. In den Dörfern werden wir immer sehr herzlich aufgenommen und begrüßt. Grundsätzlich muss man jedem im Dorf die Hand schütteln. Dabei sagen die Einheimischen „Biala Bialbiala" was soviel wie 'Herzlich Willkommen' heißt. Als Antwort darauf sagen wir ,Lampoo".

Brunnen haben wir auch schon getestet, dafür hat Werner von einer deutschen Chemiefirma bestimmte Pulver bekommen die in sterilen Gläsern mit 100ml des Brunnenwassers aufgefüllt werden müssen. Nach 24 Stunden sieht man anhand der Verfärbung wie der Test ausgefallen ist.


Mittwoch 03.02.1999
 

Heute haben wir am Mädchenwohnheim 'Torima' den Brunnen getestet. Das Wohnheim ist in einem guten Zustand und die junge Frau die die Anlage leitet scheint alles im Griff zu haben. Nur die Toiletten und die Duschanlagen können noch nicht benutzt werden, da die nötige Elektrizität fehlt. Daher scheint eine Solaranlage für 'Torima' meiner Meinung nach besonders wichtig zu sein.

Heute wurde uns auch das neue Patenkind Franceline vorgestellt. Sie ist das jüngste von sechs Kindern in der Familie und der Vater ist vor einiger Zeit gestorben.

  

Donnerstag 04.02.1999
 

Wir sind früh aufgebrochen, da insgesamt 12 Dörfer angefahren werden sollen. Bei dieser Gelegenheit sehen wir auch alle Patenkinder, so dass wir die Geschenke der Pateneltern abgeben können. Gleichzeitig können wir auf dieser Tour auch noch einige Brunnen testen. Besonders in Dipienga, einem der größeren Dörfer war der Empfang sehr überwältigend. Als Gastgeschenk erhielten wir vier Perlhühner. Um 14.00 erreichten wir endlich Madiabari. In diesem Dorf wohnt mein Patenkind Rene. Diese erste Begegnung mit ihm war sehr schön, zumal er keinerlei Scheu vor uns 'Weißen' hatte. Er macht einen gesunden und aufgeweckten Eindruck. Ich habe ihm die Geschenke gegeben und ich glaube er hat sich in unserer Gesellschaft sehr wohl gefühlt. In der nächsten Woche wird er uns für

einige Tage in Piela besuchen und dann werden wir uns noch näher kennen lernen können.


Freitag 05.02.1999
 

Im Garten der Missionsstation haben wir ein kleines Beet angelegt mit Zwiebeln und Radieschen. Ich bin mal gespannt ob etwas wächst. Heute haben wir auch die Solaranlage repariert und am Mädchenwohnheim die Flaggen von Burkina und Deutschland gehisst.

  

Samstag 06.02.1999

Als erstes Stand ein Anstandsbesuch beim Präfekten an. Dieser Mann hat eine ähnliche Position wie unser Stadtdirektor. Wir haben ihm unser Anliegen bezüglich des Müllproblems vorgetragen, aber er zeigte an diesem Problem kein besonderes Interesse. Danach folgte ein Besuch beim Chef, das ist der Dorfälteste der einem Bürgermeister gleichkommt. Um 11.00 trafen wir uns mit den Mädchen des Wohnheims, um uns über ihre Situation und neue notwendige Projekte zu informieren. Besonders ein Mofa scheint für die Madchen wichtig zu sein. Immer wenn eines der Mädchen krank ist muss es mit dem Fahrrad in die entfernte Krankenstation gebracht werden. Mit einem Mofa wäre dies sehr viel einfacher. Auch einen Volleyballplatz könnten die Madchen sehr gut gebrauchen. Sie würden den Platz selbst herrichten, nur für das Netz und den Ball haben sie kein Geld. Vielleicht findet man ja in Deutschland einige Sponsoren.


Sonntag 07.02.1999

Heute begann der Tag mit der großen Sonntagsmesse. Wir haben Abbe Pierre das neue Gewand überreicht und er hat sich sehr gefreut. Die Stimmung während der Messe ist nicht mit der in Deutschland zu vergleichen. Hier erscheint mir der Gottesdienst wie ein wirkliches Fest. Die Lieder sind fröhlich, es wird getrommelt und getanzt (auch um den Altar herum). Nach der Messe versammelten sich die Vorstandsmitglieder der Cuo Fi und in einer langen Besprechung wurden alle anstehenden Projekte genau diskutiert und die nötigen Aktivitäten in die Wege geleitet.

  

Montag 08.02.1999

Heute ist mein Geburtstag! Schon zum Frühstück gab es Blumen und Geschenke. Danach haben wir begonnen die Bilder an der Mauer der Missionsstation zu 'restaurieren'. Am Rückhaltebecken werden bereits Steine von den Bauern des Ortes angeliefert, damit wir bald mit den Diguettes anfangen können. Um 16.00 kamen die ersten Jugendlichen, um sich für ihre Aufführung anlässlich meines Geburtstages einzustimmen. Zuerst haben die Jungen angefangen zu trommeln und zu tanzen. Dann wurden für uns Stühle herangeholt und die Mädchen kamen dazu. Dann ging es richtig los. Tanz, Musik, Gesang und Trommeln. Für die Jugend gab es nachher Dolo und für mich und meine Geburtstagsgäste gab es Fritten und Hähnchen. So einen afrikanischen Geburtstag konnte man jedes Jahr haben.

 

Dienstag 09.02.1999
 

Heute haben wir die Steinpresse in Betrieb genommen. Erde und Zement werden 1:20 gemischt und dann angefeuchtet. Mit dieser stabilen Maschine kann man herrliche Steine pressen. Kein Vergleich zu den herkömmlichen Ziegeln, die die Burkinabe hier herstellen. Inzwischen sind auch schon einige Jugendliche angereist. Morgen geht ihre große Jahreshauptversammlung dann richtig los.

  

Mittwoch 10.02.1999

Die Drahtmaschine funktioniert nicht hundertprozentig. Aber die Steinpresse ist voll einsatzfähig. Mit Abbe Pierre haben wir einen genauen Ablaufplan bezüglich der verschiedenen Aktivitäten mit den Jugendlichen gemacht.


Donnerstag 11.02.1999
 

Um 09.00 haben wir allen Jungen die Steinpresse und die Drahtmaschine präsentiert. Anschließend fand eine Fragestunde statt, in der die Jugendlichen Informationen über Deutschland erhalten konnten. Mit den gepressten Steinen haben wir am Nachmittag eine kleine Mauer mit Rundbogen gemauert, um die verschiedenen Möglichkeiten mit den neuen Steinen zu demonstrieren.


Freitag 12.02.1999
 

Jeweils 12 Jungen wurden von uns an der Drahtmaschine und an der Steinpresse ausgebildet, damit sie ihr Wissen dann in den Dorfern weitergeben können. Nachmittags haben wir zusammen mit allen Jugendlichen (ca. 400) auf dem Gelände des Mädchenwohnheims Diguettes angelegt. Dazu mussten die angelieferten Steine von Hand zum Regenrückhaltebecken getragen und dort halbmondförmig ausgelegt werden. Alle haben sehr eifrig geholfen und das Ergebnis der Arbeit konnte sich sehen lassen.

 

 Samstag 13.03.1999

Um 08.00 begann die Hochzeitsmesse für zwei Brautpaare, die Pierre zusammen mit Abbe Sebastian und einem jungen Priester aus Fada feierte. Da insgesamt so viele Personen da waren und die Zeremonie vor der eigentlichen Messe viel Platz in Anspruch nimmt, fand alles draußen vor der Kirche statt. Nachmittags hatten die Jugendlichen für uns eine Parade vorbereitet. Die Gruppen aus den fünf verschiedenen Sektoren trugen jeweils die gleichen T-Shirts und sangen und tanzten für uns. Als Geschenke gab es für Werner einen Hut und für mich einen Rock. Anschließend gingen wir alle gemeinsam zu dem Hof der Hochzeitspaare wo die Folkloregruppe noch einmal tanzte.

 

Sonntag 14.04.1999
 

Die Sonntagsmesse wurde heute von den Jugendlichen mit Gesang, Tanz, Musik und Fürbitten gestaltet. Seit gestern ist Rene mit seinen Eltern hier und ich bin sehr froh ein paar Tage mit ihm verbringen zu können.


Montag 15.02.1999
 

Heute haben wir den Brunnen der ADDSP in Piela getestet. Von Renes Eltern bekam ich einen Rock geschenkt, das war mir unangenehm, da sie ja selbst nicht so viel Geld haben, und dann geben sie es auch noch für mich aus. Aber es wäre sehr unhöflich gewesen das Geschenk abzulehnen. Den Nachmittag verbrachten wir damit die Diguettes am Rückhaltebecken zu bearbeiten. Gegen Abend waren bereits die meisten Katecheten eingetroffen und wir konnten in einer Versammlung unsere Geschenke an sie austeilen. Dabei wurde noch einmal betont, wie wichtig ihre Arbeit für die Partnerschaft ist.

  

Dienstag 16.02.1999
 

Zusammen haben wir den Katecheten die Steinpresse und die Drahtmaschine vorgeführt. Anschließend wurde 'Torima' besichtigt, damit auch den Katecheten ,als Mitglieder der Cuo Fi, deutlich wird welche Arbeiten der Verein leistet und in wieweit er Hilfe gewährt.

Matthias der Schneider hat für Rene und seine Mutter aus dem Stoff den wir geschenkt haben sehr schöne Kleider genäht. Solche Geschenke scheinen mir besonders geeignet zu sein, da sie auch vor Ort noch eine Unterstützung der Menschen sein können.


Mittwoch 17.02.1999
 

Gemeinsam mit allen Katecheten haben wir heute Morgen die Aschermittwoch-­Messe gefeiert. Danach mussten sich die Katecheten wieder auf den Heimweg machen. Für Rene und seine Eltern bedeutet das 60 km auf dem Fahrrad querfeldein bis Madiabari zu fahren.

Abbe Sebastian hat uns heute nach Dabesma gefahren. In diesem Dorf, in der Nähe eines Staubeckens, wohnt Cesard der Grundschullehrer. Seine Frau hat in dieser fruchtbareren Gegend ein kleines Gärtchen in dem sie Zwiebeln anbaut. Auch Mangos, Zitronen und Bananen wachsen hier. Dieses Dorf kam mir wie eine Oase vor, da alles ungewöhnlich grün ist.

 

Donnerstag 18.02.1999
 

Der Damm des Regenrückhaltebeckens ist an einigen Stellen durch das Regenwasser ausgewaschen, so dass tiefe Rinnen entstanden sind. Wir haben heute damit begonnen sie mit Steinen aufzufüllen und so das Regenwasser zu leiten.

Abbe Pierre fuhr mit uns zu einer Familie deren Hof mitten in Piela liegt. Vor zwei Tagen ist in der Nacht ein Feuer ausgebrochen, das ihre Hütten und ihre Hirse ­und Erdnussernte zerstört hat. Den Menschen ist zum Glück nichts passiert. Als Soforthilfe konnte Werner ihnen 100.000 FCFA geben.

 

Freitag 19.02.1999
 

Die Enkelin von Mama Josephine ist krank. Sie hat Fieber, die Augen sind völlig verklebt und sie hat komische Pocken. Außerdem hat sie an der Schulter eine große Stelle an der die Haut aufgeplatzt ist. Wir versuchen sie mit Antibiotika und Augentropfen zu behandeln. Falls es aber nicht besser werden sollte muss sie in die Krankenstation.


Samstag 20.02.1999
 

Um 15.00 fand ein Treffen mit der Frauengruppe aus Piela statt. Insgesamt sind in dieser Frauengemeinschaft 700 Frauen organisiert, die von einer Präsidentin vertreten werden. Für sie ist das Projekt 'Hirsemühle' und 'Erdnussschälmaschine'. Möglichst bald soll auch noch eine Erdnussölpresse angeschafft werden. Für die Arbeit der Frauen konnte eine Summe von 200.000 FCFA gewährt werden.


Sonntag 21.02.1999
 

Nach der Messe trafen wir uns wieder mit Cuo Fi. Alle anstehenden und bereits realisierten Projekte wurden nochmals durchgesprochen und die entsprechenden Anträge lagen teilweise schon vor. Im Anschluss daran sind wir mit den Cuo Fi­ Mitgliedern nach Torima gegangen, um unsere Diguettes zu zeigen. Gleichzeitig konnten wir erklären wie diese kleinen Gärten während der Regenzeit zu bepflanzen sind.

Für den Abend stand ein Besuch beim Präfekt an. Es handelte sich um einen Neujahrsempfang zu dem sämtliche 'Prominenz' des Ortes eingeladen war (Lehrer, Polizist etc.), da durften wir als Besuch aus Deutschland natürlich nicht fehlen. Bei dieser Gelegenheit versuchten wir dem Präfekten das Müllproblem näher zu bringen, aber sein Interesse schien relativ gering. Allerdings konnte er sich darauf einlassen, am nächsten Morgen zur Mission zu kommen um sich den bereits gesammelten Müll anzusehen.

 

Montag 22.02.1999
 

Gegen 11.00 kam der Präfekt um sich vor Ort den gesammelten Plastikmüll anzusehen. Wir zeigten ihm, dass bereits das ganze Missionsgelände gesäubert ist und auch das Rückhaltebecken und das Mädchenwohnheim konnte er begutachten.

Den Nachmittag verbrachten wir in Bogande, wo wir uns mit dem Deutschlehrer Antoine trafen und gemeinsam zur Meteorologischen Station fuhren. Doch informierten wir uns über die Windverhältnisse in Piela, um herauszufinden ob sich ein Windkraftrad in dieser Gegend lohnen würde. Leider gibt es aber nur während der Regenzeit ausreichend Wind, so dass die Installation eines Windrades nicht sinnvoll wäre.
 

Dienstag 23.02.1999
 

Heute standen verschiedene Besuche auf dem Programm. Zuerst fuhren wir nach Fada um Theophane zu treffen. Er ist für die Bohrung der Brunnen zuständig. Da der Verein mit dieser Arbeit sehr zufrieden ist konnten direkt vier weitere Brunnenprojekte abgesprochen werden. Im Anschluss daran besuchten wir den Markt in Fada und fuhren schließlich zum Bischof. Werner erläuterte ihm eingehend, dass es für die Gemeinde Piela und für die Partnerschaft sehr schade wäre, wenn Abbe Pierre wirklich in eine andere Gemeinde versetzt würde, so wie der Bischof es bereits angedeutet hat. Ob dieses Vorsprechen erfolgreich war muss sich in nächster Zeit herausstellen.


Mittwoch 24.02.1999
 

Seit dieser Nacht habe ich Fieber und heute Morgen kam auch noch Durchfall dazu. Den ganzen Tag habe ich im Bett verbracht und es war sehr langweilig.


Donnerstag 25.02.1999
 

Auch heute bin ich immer noch krank. Ich fühle mich sehr schlapp, so dass ich es gerade mal bis zur Toilette schaffe. Für heute war eigentlich ein Fahrt nach Tofu, Bang und Maxi angesagt. Da der Weg dorthin sehr weit ist, wollten wir über Nacht bleiben und morgen zurückkommen. Leider muss diese Tour aufgrund meiner Krankheit ausfallen. Aber Werner konnte trotzdem nach Tofu fahren und die Menschen dort besuchen.

  

Freitag 26.02.1999

Der letzte Tag in Piela und ich bin noch nicht gesund. Schwester Erika von der Krankenstation hat mich besucht und untersucht und anhand einer Stuhlprobe konnte festgestellt werden, dass ich Amöben-Ruhr habe. Zum Glück gibt es dagegen auch in Piela ein Medikament. Das Kofferpacken war für mich doch ganz schön anstrengend- so ganz fit bin ich noch nicht. Den letzten Abend verbringe ich im Bett.

 

Samstag 27. 02.1999

Bereits um 05.00 haben wir uns auf den Weg nach Ouaga gemacht. Nur so ist es möglich der Hitze einigermaßen aus dem Weg zu gehen. Mir geht es inzwischen wieder viel besser, aber ich bin noch schlapp. Nach ca. vier Stunden haben wir die Hauptstadt erreicht und wir wohnen wieder bei 'Radio Maria'. Nachdem ich mich für ein paar Stunden hingelegt habe sind wir auf den Markt gefahren. Eigentlich handelt es sich eher um Markthallen in denen sämtliche Waren angeboten werden. Wir haben uns reichlich mit Ketten, Batiken und anderen Souvenirs eingedeckt.


Sonntag 28.02.1999

Der allerletzte Tag in Burkina Faso. Die Sonntagsmesse wurde in der großen Kirche nahe der Missionsstation gefeiert. Danach ging zur Fespako (afrikanische Filmfestspiele). Neben den eigentlichen Filmvorführungen gibt es noch einen großen afrikanischen Markt mit den verschiedensten Angeboten. Menschen aus ganz Afrika und Asien, sowie Europa sind zu dieser Zeit in Ouaga anzutreffen. Besonders, die Tuareg sehen sehr beeindruckend aus, da sie besonders groß sind und außergewöhnliche Kleidung tragen.

Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen brachte uns Abbe Pierre zum Flughafen. Der Abschied fiel mir wirklich schwer, da ich mich sehr wohl gefühlt habe. Gegen 24.00 starte dann unser Flugzeug mit einer Stunde Verspätung.

 

 

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