Bericht über den Informations – und Freundschaftsbesuch vom 08. Januar – 10. Februar 2005 in unserer Partnergemeinde in Piéla

Bericht über den Informations – und Freundschaftsbesuch
vom 08. Januar – 10. Februar 2005
in unserer Partnergemeinde in Piéla

 Teilnehmer: Silvie Meiser und Werner Ohlerth

 

In Ouagadougou wurden wir von den Mitgliedern der Partnergruppe sowie Abbe Päulin, sehr herzlich empfangen.

Am 09.Jan. sind wir dann sehr früh nach Piela aufgebrochen und die Fahrt war bis auf eine Reifenpanne ohne Probleme. In Piela wurden wir dann bevor wir unsere Koffer abstellen konnten, nach dem Gottesdienst, von der Gemeinde sehr herzlich empfangen.  Aime Cesar, der Vorsitzende von Cuo Fi, hatte für unseren Besuch sein Haus umgeräumt und wir konnten uns gemütlich einrichten. Die ersten Besuche und kleinen Patienten ließen nicht lange auf sich warten. Es kamen täglich mehr Kinder die ganz schlimme eitrige Wunden durch Insektenstiche hatten. Viele haben wir zuerst zur Vorsorge in die Krankenstation geschickt und dann die Wunden behandelt. Eine Behandlung mit Antibiotika oder Spritzen kostet zwischen 5,00 und 10,00 Euro, dieser Betrag können die Eltern der Kinder aber nicht aufbringen. Wenn man die Dankbarkeit der Kinder in ihren Augen erfahren hat, so war man reich belohnt.

Der Kindergarten ist nun fertig und kann in Betrieb gehen, die Brunnen sind bis auf ein Dorf auch alle fertig und fördern gutes Wasser. Die letzte Bohrung wurde an 3 Stellen angesetzt und verlief immer negativ. Jetzt hat die Bohrgruppe ein neues Gerät von Italien erhalten und man wird bis auf 200 Meter Tiefe neu bohren. Gott sei Dank brauchen wir nur eine positiv Bohrung zu zahlen.

In den Dörfern konnten wir uns von der schlechten Ernte ein Bild machen, denn die Hirsespeicher sind zum Teil nur 1/4 gefüllt. Die Rispen der Hirse sind nicht richtig ausgereift und die Körner verkümmert. Für die Menschen beginnt ab April bis September ein harter Überlebenskampf. Unsere Partnerschulen könne zu alledem auch keine Schulspeisung mehr anbieten, da die Amerikaner die Förderung eingestellt haben. Jetzt bekommen die Erwachsenen nur 1 Mahlzeit am Tag und die Kinder 2 Mahlzeiten. Hier müssen zum großen Teil aber Wurzeln und Baumrinde zur Nahrung mit eingesetzt werden. Aime Cesar konnte in Ouga bei einem Händler für uns 334 Sack Hirse zum günstigen Preis von 10.000,00 Euro besorgen. Die Hirse wurde sofort angeliefert und 10 to in Sebba sowie 23 to in Piela gelagert.

Unser Mädchenwohnheim ist nun mit neuer Leitung besetzt und beherbergt 39 Mädchen. Davon sind 19 Mädchen, Vollwaisen.

Die jährl. Kosten für 1 Mädchen betragen mit Schulgeld 270,00 Euro, und es konnten schon 12 Patenschaften vergeben werden.

Vor unserer Reise waren wir ja der festen Überzeugung den persönlichen Kontakt mit einem Mädchen zu vermitteln, hier müssen wir aber einen Rückzieher zugunsten der Mädchen machen. Wir konnten nicht einzelne Mädchen bevorzugen und Andere dadurch benachteiligen, sind aber gerne bereit Brieffreundschaften zu vermitteln.
In der weiteren Zukunft möchten wir das Mädchenwohnheim aber auf eigene Beine stellen, so dass eine Förderung bis auf wichtige Projekte abgebaut werden kann. Während unserer Informationsreise wurden wir zur Sicherheit vor Bandenübergriffen von der örtl. Polizei begleitet. Die Banden kommen vornehmlich aus Togo und versuchen an der Piste ihr Einkommen zu verbessern, da die Polizei unterbesetzt ist und nicht für ausreichenden Schutz sorgen kann. Natürlich versuchen jetzt auch junge Arbeitslose aus Ouaga ebenfalls auf diese Weise an Geld zu kommen.

Daher ist es für Aime Cesar nicht möglich die Pakete für unsere Patenkinder, welche weit in der Gemeinde wohnen, sofort auszuteilen. Teilweise kommen auch die Eltern selbst und holen die Päckchen ab. Also nicht böse sein wenn ein Brief aus Piela schon mal etwas länger dauert.

Das Gesamtbild der Gemeinde ist aber positiv zu bewerten, man sieht und spürt einzelne Fortschritte.
Ein Besuch in Piela ist sehr anstrengend aber auch schön und lehrreich.

                                           Eure Sylvie und Werner

 

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